Räte drängen auf mehr Digitalisierung

Schwäbisch Gmünd. Stadträte mehrerer Fraktionen drängten am Mittwoch im Verwaltungsausschuss darauf, dass die Digitalisierung in der Gmünder Stadtverwaltung schneller voranschreitet. Diese hatte zuvor den aktuellen Stand dargestellt. Kommunen seien dann interessant, wenn sie schnelles Internet haben, sagte Hauptamtsleiter Helmut Ott. Kinder, die heute in die Schule gingen, würden später in Berufen arbeiten, die es heute noch nicht gebe, sagte Ott. Deshalb müsse die Stadt die Herausforderung annehmen. Der Weg aber sei noch lang.

Die Verwaltung unterteilt Digitalisierung in drei Bereiche: digitale Infrastruktur, digitale Verwaltung und digitale Stadt. Zur Infrastruktur: Etwa 95 Prozent der Hausanschlüsse im Stadtgebiet verfügten über Internetanschlüsse mit einer Geschwindigkeit von 30 Mbit/s, sagte Michael Schlichenmaier. Bei mehr als 90 Prozent liegt sie bei 50 Mbit/s. In Rechberg, Degenfeld, Metlangen, Reitprechts und Waldau will die Stadt eine bessere Versorgung. Bei der digitalen Stadt geht es um Mobilität, Parkraummanagement oder Medienbildung. Bei der digitalen Verwaltung steht ein Dokumenten-Managementsystem DMS im Vordergrund, das die Nutzung von Dokumenten vereinfacht. Für ein Konzept für DMS hat der Ausschuss 40 000 Euro bewilligt. Zudem nannte Andreas Reitzig Beispiele, was digital schon geht: Kitaplatzvergabe, Online-Ausleihe, Online-Terminvergabe im Bürgerbüro, elektronische Zeiterfassung.

Die Fraktionen lobten das Engagement der Stadt und forderten gleichzeitig mehr. Was die Stadt aufgelistet hat, sei „Standard von vor zehn Jahren“, sagte Christian Baron (CDU). Mit 30 Mbit kriege man „kein Wurst-rädle vom Tisch“. Baron nannte Wünschenswertes wie „freie Parkplätze auf Smartphones“. Die CDU-Fraktion werde dafür „treibende Kraft“ sein. Das Ende der Fahnenstange sei noch nicht erreicht, sagte auch Sigrid Heusel (SPD). Sie forderte, den Betrag für den Haushalt 2018 zu definieren. Dass der Begriff „Handel“ bei der Digitalisierung noch die Bezeichnung „Zukunft“ hat, habe sie schockiert, sagte Heusel. Gmünd müsse auf der Spur bleiben, sagte auch Gabriel Baum (B 90 / Grüne). Glasfaser für ein schnelleres Internet werde eine ganz neue Stufe sein, werde zusätzlich Geld kosten.

Die Fortschreibung sei „unabdingbar“ sagte Brigitte Abele (BL). Gmünd dürfe nicht den letzten Gemeinderat mit Tablets haben. Bei der Digitalisierung nicht abgehängt zu werden, forderte Karin Rauscher (FWF). Wichtig sei, dass das Schreiben mit der Hand noch möglich sei. „Tolle Vorlage“, dankte Sebastian Fritz (Die Linke) der Verwaltung. Auch er sah, dass mehr passieren muss und mahnte das Geld dafür an.Michael Länge

© Gmünder Tagespost 17.01.2018 20:06