Räte diskutieren Klima in frostigem Klima

Schwäbisch Gmünd. Klima war am Mittwoch Thema im Gmünder Bauausschuss. In mehrfacher Hinsicht. Zum einen ging es darum, dass in drei Fällen Gmünds Flächennutzungsplan fortgeschrieben werden muss. Der Flächennutzungsplan ist der Plan, der festlegt, was auf welchen Flächen gebaut oder nicht gebaut werden kann. Damit steuert der Plan die Entwicklung einer Stadt. Zum anderen wogen die Stadträte Klimaschutz gegen Firmenansiedlungen und -erweiterungen ab. In mitunter frostigem Klima. In Bezug auf den Flächennutzungsplan diskutierten die Stadträte drei Standorte:

  • Strutfeld in Bargau. Dieses Gewerbegebiet soll erweitert werden. Denn es gibt Anfragen bereits ansässiger Betriebe und der Stiftung Haus Lindenhof.
  • Gügling Nord IV. Damit soll einmal mehr das Gewerbegebiet Gügling erweitert werden, denn auch dort gibt es Interessenten für eine Ansiedlung.
  • Neugärten in Herlikofen. Auch in diesem Gewerbegebiet will ein bereits ansässiger Handwerksbetrieb vergrößern.

Für die Erweiterungen hat der Gemeinderat schon beschlossen, dass ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Daran entzündete sich eine Diskussion. Prof. Dr. Andreas Benk (Die Linke) hinterfragte, weshalb zuerst die Bebauungspläne diskutiert würden und danach der Flächennutzungsplan. Baubürgermeister Julius Mihm erklärte dies damit, dass Entwicklungen nicht immer vorhersehbar seien und deshalb reagiert werden müsse. Dies sei eine „ganz einfache Fortschreibung eines Flächennutzungsplans“, sagte dazu Christoph Preiß (CDU). Er forderte, dass die Verwaltung den neuen Stadträten einmal erkläre, was ein Bebauungs- und ein Flächennutzungsplan sei. Es könne nicht sein, dass „dafür immer unsere Zeit draufgeht“.

Benks Frage sei berechtigt, sagte Karl Miller (B 90 / Grüne). Er verstehe die Schärfe nicht. Während Thomas Kaiser (CDU) mit der Gügling-Erweiterung keine Schwierigkeiten hatte, kritisierte Karl-Andreas Tickert (B 90 / Grüne) immer mehr Verkehr für Bettringen. Er forderte, den Gügling schnell an Bargaus Ortsumgehung anzubinden. Dies unterstützte Oberbürgermeister Richard Arnold. Doch damit werde 2020 nicht begonnen, weil das Geld fehlt. Neue Gewerbegebiete erzeugten Verkehr, sagte Benk. Es müsse geklärt werden, wohin dieser komme. Er forderte zudem, Gmünds Klimaschutzgutachten bei all diesen Fragen einzubeziehen. Preiß wies darauf hin, dass Gmünd seine Betriebe bewahren müsse, auch wenn sie Flächen bräuchten. Die Stadträte hätten eine „Mitverantwortung, dass Kleinbetriebe sich weiterentwickeln könnten“.

Arnold versicherte, dass die Stadt das Klimaschutzgutachten einbeziehe. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagte der OB. Er verwies aber auch darauf, dass andere Städte ein solches Klimaschutzgutachten nicht hätten. Gmünd dürfe bei der Entwicklung keine Nachteile haben, weil die Stadt eine „Klimabibel“ habe, andere aber „Klimaheiden“ seien, sagte der OB.

© Gmünder Tagespost 11.12.2019 18:43