Radfahrerinteressen berücksichtigen

IMGP0013 Kopie_1Eine Gruppe von aktiven Radfahrern hat sich mit dem Mutlanger Berg beschäftigt. Dabei entstand ein umfangreicher Maßnahmenkatalog mit Wünschen und Forderungen, die an die Stadtverwaltung mit dem Ziel, deutliche Verbesserungen zu erreichen, weitergereicht wurden.

Kürzlich trafen sich Vertreter des Agenda Arbeitskreises Mobilität und Verkehr, der Radkurier Volker Nick, der Leiter des Stadtplanungsamtes Erwin Leuthe, Vertreter des allgemeinen deutschen Fahrradclubs Schwäbisch Gmünd, sowie die beiden Stadträte Karl Miller (Grüne) und Sebastian Fritz (DIE LINKE) um sich mit der Fahrradtauglichkeit des Mutlanger Bergs zu beschäftigen. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass in naher Zukunft eine Generalsanierung der Bundesstraße 298 umgesetzt werden soll und die aktuelle Situation für Radfahrer unzureichend bis teilweise sehr gefährlich ist. Die Gruppe radelte von unten nach oben und formulierte für die einzelnen Abschnitte Forderungen. So soll im unteren Abschnitt bis zum Tabula ein  Fahrradschutzstreifen bis zur Abzweigung Tabula geben und geprüft werden, ob der Gehweg für Radfahrer frei gegeben werden kann. Ab der Abzweigung Tabula soll aus Sicht der Interessengruppe geprüft werden, ob die dritte Fahrspur wegfallen kann und für Radfahrer rechts und links einen Radweg einzurichten. Damit würde sich auch der Anteil an Raser deutlich reduzieren, was wiederum den Anliegern neben der Geräuschreduzierung auch ein sicheres Einfahren in die B 298 gewährleisten würde.
Sollte sich diese konsequente Lösung nicht umsetzen lassen, so hält es die Gruppe für unabdingbar, dass wenigstens ein Schutzstreifen von oben nach unten umgesetzt wird. Parallel dazu, müsse der Gehweg in Fahrtrichtung Mutlangen nach Möglichkeit verbreitert werden.
Im oberen Bereich müsse außerdem eine Lösung für die Radfahrer, die in den Rehnenhof wollen, geschaffen werden. Es sei sehr bedauerlich, dass dieses nicht bereits bei der damaligen umfangreichen Sanierung im Zusammenhang mit der Ortsumfahrung Mutlangen umgesetzt wurde. Letzter Teil der Verkehrsschau war der kurze Abschnitt nach Mutlangen. Hier regt die Gruppe an den Gehweg zu sanieren und über einen beidseitigen Schutzstreifen nachzudenken.
Den Teilnehmern ist klar, dass dies zum Teil sehr weitreichende Forderungen sind, allerdings halten sie diese für eine fahrradfreundliche Kommune wie sich Schwäbisch Gmünd nennt, für richtig und konsequent. Außerdem sei es im Hinblick auf die Ergebnisse des Gmünder Klimaberichts, wonach der Anteil an KfZ immer weiter steige wichtig, über Alternativen nachzudenken und diesen auch zumindest eine gleichberechtigte Stellung zu geben. Die vielen Bemühungen von Fahrradinitiativen zeigen bereits Wirkung, denn der Anteil an Radfahrern und insbesondere Elektroräder nimmt in der Stadt spürbar zu. Diesen Bürgern müsse dann auch eine gute Infrastruktur geboten werden.

 

Forderungskatalog „Mutlanger Berg“ (B298)

1. Abschnitt:

Ab dem ehemaligen „Wilden Mann“ einen Fahrradschutzstreifen (min. 1,25 Meter) bis zur Abzweigung Tabula (innerorts).
Prüfung, ob es möglich ist (Breite!), den aktuellen Gehweg für Radfahrer frei zu geben.

2. Abschnitt:

Verzicht auf die 3. Fahrspur um auf beiden Seiten einen Radweg (der evtl. auch für Rettungsfahrzeuge genutzt werden könnte) von 1,60 Meter zu schaffen. Damit würde ein deutliches Zeichen pro Radfahrer gesetzt und aus unserer Sicht spielt die dritte Fahrbahn eh eine untergeordnete Rolle, da es sowohl im unteren Bereich als auch im oberen Bereich auf zwei Fahrbahnen verjüngt wird. Außerdem würde sich damit der Anteil an Rasern (Unfallschwerpunkt Mutlanger Straße) deutlich reduzieren, was wiederum den Anliegern neben der Lärmreduzierung auch ein sicheres Einfahren in die B 298 gewährleisten würde.
Sollte diese konsequente Lösung nicht möglich sein, so halten wir es für unabdingbar, dass wenigstens ein Schutzstreifen von oben nach unten umgesetzt wird. Für die Radfahrer, die von unten nach oben fahren, sollte dann neben der bereits im 1. Abschnitt aufgestellten Forderung, auch die Möglichkeit einer Verbreiterung des Geh- und Radwegs geprüft und gegebenenfalls umgesetzt werden.

3. Abschnitt:

Im oberen Bereich ab der Abzweigung nach Mutlangen (Gmünder Straße) sollte aus  unserer Sicht neben dem Schutzstreifen von oben nach unten auch über eine „sichere“ Lösung für die Radfahrer, die von unten kommen, nachgedacht werden. Derzeit ist die Situation sehr gefährlich, da zwei Fahrbahnen gekreuzt werden müssen um Richtung Rehnenhof abbiegen zu können. Insbesondere ist die Geschwindigkeit der Autofahrer an dieser Stelle oft sehr hoch!
Prüfung ob ein Radweg ab der Abzweigung mit geringer Steigung bis zur Klinik möglich ist.

4. Abschnitt:

Sanierung des Gehweges entlang der Gmünder Straße ab der Abzweigung nach Mutlangen hoch.
Prüfung ob eine Freigabe dieses Gehweges für die Radfahrer möglich ist.
Schutzstreifen ab der Abzweigung hoch nach Mutlangen.
Schutzstreifen von Mutlangen auf der Gmünder Straße bis zur Querung der Straße in den Radweg „Becherlehenstraße“, dann müsste hier auch eine Querungshilfe eingerichtet werden.
Prüfung ob ein Radweg mit geringer Steigung bis zur Klinik möglich ist.