Radfahrer kritisieren Mutlanger Steige

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Die Radler auf dem Weg nach Mutlangen. Sie testeten die Pendelstrecke auf ihre Fahrradfreundlichkeit. (Foto: privat)

Eine Gruppe von aktiven Radfahrern hat sich mit der Mutlanger Steige beschäftigt. Dabei entstand ein umfangreicher Maßnahmenkatalog mit Wünschen und Forderungen an die Stadtverwaltung. Mit dem Ziel, deutliche Verbesserungen zu erreichen.

Schwäbisch Gmünd. Gemeinsam sind sie die Mutlanger Steige gefahren: Radkurier Volker Nick, der Leiter des Stadtplanungsamtes Erwin Leuthe und die Stadträte Karl Miller (Grüne) und Sebastian Fritz (Die Linke). Die Fahrradtauglichkeit des Mutlanger Berges wollten sie erproben. „Man darf bei der Gestaltung der Fahrradwege nicht nur an die Touristen denken, sondern muss auch Pendler im Blick haben“, sagt Fritz. Wobei die Stadt schon viel getan habe.

Hintergrund ist die geplante Generalsanierung der Bundesstraße 298. Fritz: „Die aktuelle Situation für Radfahrer ist unzureichend bis teilweise sehr gefährlich.“
Die Gruppe radelte von unten nach oben und formulierte für die einzelnen Abschnitte Forderungen. So solle es auf der Mutlanger Straße bis zur Abzweigung Franz-Konrad-Straße einen Fahrradstreifen geben. Alternativ solle geprüft werden, ob Radler auf dem Gehweg fahren können.
Ab der Abzweigung soll aus Sicht der Interessengruppe geprüft werden, ob die dritte Fahrspur für Autos wegfallen kann, um für Radfahrer rechts und links einen Radweg einzurichten. Fritz: „Es gibt Vorbilder.“ In Kopenhagen sei die entsprechende Infrastruktur so gut, „dass dort 65 Prozent der Menschen mit dem Rad fahren“. Damit könne auch der Anteil rasender Autofahrer reduziert werden, was den Anliegern, neben der Geräuschreduzierung, ein sicheres Einfahren in die B 298 ermögliche. „Das wäre die optimale Lösung, allerdings ist es natürlich ein Problem, dass Autofahrer eine starke Lobby haben.“ Fritz radelt die Strecke täglich. Er empfehle jedem, mit dem Fahrrad zu pendeln, zumal mit elektrisch angetriebenen Fahrrädern der Berg kein Problem sei. „Die Stadtwerke bieten inzwischen auch an, Fahrräder in den Bussen mitzunehmen.“
Sollte sich diese konsequente Lösung nicht umsetzen lassen, so hält es die Gruppe für unabdingbar, dass wenigstens ein Fahrradstreifen von oben nach unten umgesetzt wird. Parallel dazu müsse der Gehweg in Fahrtrichtung Mutlangen verbreitert werden. Im oberen Bereich müsse außerdem eine Lösung für die Radfahrer her, die zum Rehnenhof wollen.
Letzter Teil der Tour war der kurze Abschnitt nach Mutlangen. Dazu regt die Gruppe an, den Gehweg zu sanieren und über einen beidseitigen Radstreifen nachzudenken. Fritz ist klar, dass dies teils sehr weitreichende Forderungen sind, allerdings sei dies für eine fahrradfreundliche Kommune, wie sich Gmünd nenne, richtig und konsequent. Außerdem sei es im Hinblick auf die Ergebnisse des Gmünder Klimaberichts, wonach der Anteil an Autos immer weiter steige, wichtig, über Alternativen nachzudenken, sagt Fritz. „Die vielen Bemühungen von Fahrradinitiativen zeigen bereits Wirkung, denn der Anteil an Radfahrern und insbesondere Elektrorädern nimmt in der Stadt spürbar zu.“ Diesen Bürgern müsse eine gute Infrastruktur geboten werden. In den nächsten Tagen sollen die Forderungen an Bürgermeister Dr. Joachim Bläse übergeben werden.

© Gmünder Tagespost 13.08.2016 14:04