Probleme junger Leute im Blick

Sebastian-Fritz„Wir kümmern uns um die Probleme der Jugendlichen und nicht um die, die sie machen.“ So charakterisierte Alice Chlebosch am Mittwoch im Sozialausschuss die neue Konzeption der Mobilen Jugendarbeit, die nun wieder in den Händen der Stadtverwaltung liegt.

 

WOLFGANG FISCHER

Schwäbisch Gmünd. Bis Ende November 2012 hatte die St. Canisius gGmbH die Mobile Jugendarbeit (MJA) in Gmünd ausgeführt. Inzwischen konzentriert sie sich auf die Schulsozialarbeit, während die Stadt die Mobile Jugendarbeit in eigener Regie betreibt. Dafür wurden Alice Chlebosch und Simone Kasper je auf eine 50-Prozent-Stelle eingestellt. Und nachdem Chlebosch im Ausschuss ihre Arbeit vorgestellt hatte, wurde sie von Sprechern mehrerer Fraktion gewarnt, darauf zu achten, dass sie nicht „ausbrennt“. Von allen Seiten bekam sie große Anerkennung.

Das MJA-Büro ist derzeit im Jugendhaus untergebracht, soll aber ins Eule-Gebäude am Gleispark umziehen. Chlebosch kümmert sich um junge Leute etwa zwischen 16 und 26 Jahren. Die Themen, bei denen sie zu helfen versucht, reichen von Verschuldung über Drogen bis hin zu einem negativen Selbstbild. Chlebosch trifft ihre „Kunden“ zum Beispiel bei regelmäßigen Rundgängen über die bekannten Treffpunkte im Stadtgebiet. Darüber hinaus bietet sie Einzelfall-Beratungen und Gruppenarbeit an. Ein besonderes Projekt ist die Hilfe für junge Wohnsitzlose. Die Stadt hat Räume in einem Haus im Stadtkern hergerichtet, in denen wohnsitzlose Jugendliche bei Bedarf mehrere Monate wohnen können. Und die gibt es: Chlebosch erzählte als Beispiel von einem Jungen, den seine Eltern am 18. Geburtstag schlagartig auf die Straße gesetzt hätten.

„Es lohnt sich, diese Leute aufzufangen“, sagte Bürgermeister Dr. Joachim Bläse über die „Kunden“ der Mobilen Jugendarbeit. Allerdings übernehme die Stadt damit eine Aufgabe, die eigentlich Sache des Landkreises sei.

Dennoch sei die Mobile Jugendarbeit bei der Stadt richtig angesiedelt, meinte Elena Risel (CDU). Sie bat darum, auch die Stadtteile im Auge zu behalten. Daniela Maschka-Dengler (SPD) stellte angesichts des großen Arbeitsfelds die Frage, ob die personelle Ausstattung ausreicht. „Großartig“, urteilte Grüne-Stadträtin Susanne Lutz. Sie hoffe als Ergänzung zu dieser Arbeit darauf, dass in der Kernstadt künftig ein Treffpunkt – nicht nur für Jugendliche – eingerichtet wird (siehe dazu auch der Kommentar in der GT vom 15. Juni, nachzulesen unter www.gmuender-tagespost.de).

Konrad Widmann (FW/FDP) sah die Mobile Jugendarbeit als spezielles Thema der Kernstadt. Dass die Stelle auf zwei Beschäftigte aufgeteilt wurde, sei richtig, das ermögliche Austausch. Während der Landesgartenschau sei bei diesem Thema sicher auch ehrenamtliches Engagement nötig. Das werde im Stadtjugendring bereits geplant, antwortete Linke-Stadtrat Sebastian Fritz, der die Arbeit der die Tätigkeit der mobilen Jugendarbeiterinnen als „sehr wichtig“ einstufte.

© Gmünder Tagespost 19.06.2013