Prioritätensetzung überdenken

Ortsvorstand DIE LINKEDer Ortsvorstand der Linken hat sich kritisch mit der Gmünder Stadtpolitik auseinander gesetzt und fordert ein Umdenken der Stadtverwaltung und des Gemeinderats.

Der Ortsvorstand der Linken kommt zu dem Fazit, dass einzelne Prioritäten falsch gesetzt werden. Hintergrund ist der Unmut in der Bevölkerung in den Stadtteilen, aber auch in der Innenstadt, über ungepflegte städtische Grundstücke. „Es ist zu beobachten, dass der städtische Bauhof aufgrund vieler neu hinzugekommener Flächen durch die Landesgartenschau und immer mehr Baugebieten hinten und vorne nicht mehr fertig wird“, so die Sprecherin und Stadträtin Cynthia Schneider. Der Vorstand sei sich aber auch einig, dass die Schuld nicht bei den Mitarbeitern im Bauhof zu suchen sei, sondern vielmehr bei der Stadtspitze, die den städtischen Mitarbeitern ein Event nach dem anderen zumute. Dies sei aufgrund der ohnehin schon sehr hohen Anzahl an Überstunden durch die Staufersaga und die Landesgartenschau nicht mehr zumutbar und nun gelte es aus Sicht des Vorstands wieder Ruhe einkehren zu lassen und den Mitarbeitern und deren Arbeitszeitkonten die Möglichkeit zu geben, einen vernünftigen Ausgleich zu finden. „Es kann nicht angehen, dass die Mitarbeiter, wie kürzlich im Gemeinderat berichtet wurde, zu Beginn des Jahres mehrere 10.000 Blumenzwiebeln stecken müssen, was vor der Landesgartenschau durch Fremdfirmen getätigt wurde“, so Volker Wamsler. Wenn die Verwaltung die Absicht hat, dieses hohe Niveau an Grünpflege auf den ehemaligen Landesgartenschauflächen zu halten, dann müssen dringend noch mehr Personal und vor allen Dingen neue Gerätschaften angeschafft werden.
Allerdings sieht der Ortsvorstand vor dem Hintergrund der Haushaltslage und eines großen Sanierungsstaus in vielen Bereichen diesen Spielraum nicht. „Es kann nicht sein, dass wir den Anschein erwecken, wir könnten uns all dies leisten, und gleichzeitig können zum Beispiel Spielplätze und Sportplätze seit Monaten aufgrund von ungemähten Wiesen nicht genutzt werden“, so der zweite Sprecher Alexander Relea-Linder. Viele Gmünder hätten während der Landesgartenschau dafür Verständnis gehabt, wenn sie vertröstet wurden, weil ein Wunsch oder ein Problem aufgrund des großen Arbeitsaufkommens nicht gleich erledigt wurde. Jetzt würde aber genau dieses Verständnis zunehmend schwinden und viele fragen sich, ob es jetzt nicht auch mal reichen würde.
Ein weiteres Problem sei aus Sicht des Vorstandes, dass die ursprünglichen Planungen, einen Großteil der Grünpflege mit Ehrenamt abzudecken, nicht in Erfüllung geht. Insbesondere im Landschaftspark in Wetzgau lässt sich in der Zwischenzeit beobachten, dass neben dem städtischen Bauhof ausschließlich Fremdfirmen zugange seien. Dies sei ein erheblicher finanzieller und personeller Mehraufwand, dem kein ausreichender Ausgleich gegenüber steht, was aus Sicht des Vorstandes nur noch schwer zu verkraften sei.
Der Ortsvorstand betont außerdem nochmals mit Nachdruck, dass die Stadtspitze ihre Versprechungen gegenüber der Bürgerschaft und der Bürgerinitiative einhalten müsse. Das Gelände sei mit Steuergeldern erschaffen worden und müsse nun uneingeschränkt rund um die Uhr geöffnet bleiben. Es sei schon schlimm genug, dass das Weleda-Gelände zukünftig nur noch gegen Eintritt besucht werden kann. Immerhin wurde dieses auch mit Steuergeldern modelliert, mit Steuergeldern erworben und nun müsse auch noch mit eigenen Geldern der Eintritt bestritten werden. Außerdem sieht der Ortsvorstand das Thema Verkehr rund um den Landschaftspark als ein weiterhin ungelöstes an. „Es sind nicht nur die Großveranstaltungen, die für Probleme sorgen, sondern auch an gewöhnlichen Wochenenden ist die Belastung für die betroffene Bürgerschaft sehr hoch. Wir erwarten, dass es die Verwaltung in punkto Shuttle-Busverkehr nicht nur bei einem Versuch belässt, sondern dafür sorgt, dass dies ein dauerhaftes Angebot wird, um die Anwohner in Großdeinbach und Wetzgau/Rehnenhof zu entlasten“, so Vorstandsmitglied Manfred Steidle.