Politiker antworten genau auf den Punkt

46933f9d-797f-40cd-8c68-bc08bdb49d3dAbtsgmünd. Ganz zum Schluss kam’s doch zum Konflikt. Der AfD-Kandidat meinte, man dürfe doch nicht glauben, was CDU und SPD versprechen. Was sie jetzt zwölf Jahre lang nicht umgesetzt haben, würden sie bestimmt in den nächsten vier Jahren auch nicht umsetzen. Und CDU-Mann Norbert Barthle bekundete, seine Partei sei bereit, mit allen „demokratisch legitimierten“ Parteien zu koalieren. Die AfD jedoch schloss er aus.

Ansonsten verlief die Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl in der Aula des St.-Jakobus-Gymnasiums ziemlich sachlich und war trotzdem alles andere als langweilig.

Das Konzept der Abtsgmünder Kolpingsfamilie unterstützte dies: Die Redezeit bei Fragen war mit jeweils einer Minute so kurz, dass die Anwortenden sofort zum Punkt kommen mussten, ohne Seitenhiebe verteilen oder viele Nebenbemerkungen machen zu können. Und weil sie gelbe bzw. bei Überziehung rote Karten gezeigt bekamen, verhielten sich die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises Backnang-Schwäbisch Gmünd durch die Bank sehr diszipliniert.

Am Ende einer jeweils dreiminütigen Vorstellungszeit sollten auf Wunsch der Schüler alle die Frage beantworten, ob sie Cannabis legalisieren würden. Zur Überraschung waren nur die beiden Bundestagsabgeordneten Barthle und Lange dagegen.

Die Fragen der Schülerinnen und Schüler, der Kolpingsfamilie Abtsgmünd, und von Moderatorin Anke Schwörer-Haag wurden in jeweils anderer Reihenfolge beantwortet. Sie drehten sich um die Themenbereiche „Arbeit und Soziales“, „Familienpolitik“, „Bildungspolitik“ und „Europa“. Ganz zum Schluss wurden Fragen aus dem Publikum zugelassen. Unterschiede in den Positionen der Personen und Parteien waren deutlich zu erkennen.

Viele fanden es überraschend, wie sachlich und wie wenig rechtsorientiert sich der junge AfD-Mann äußerte, und dass sein Nachbar Alexander Relea-Linder sehr eloquent und gut vorbereitet war. Die allermeisten fanden es einen Gewinn, dass er nachnominiert worden war.

Alle Kandidaten anerkannten das erkennbar große politische Interesse der Schülerinnen und Schüler. Zur Einstimmung wurde der Kurzfilm „Wählen gehen“ gezeigt, mit dem drei Schüler des Gymnasiums einen 1. Landespreis errungen hatten.

Insgesamt wurde die Veranstaltung vom Publikum wie auch von den Kandidaten sehr gelobt.

© Gmünder Tagespost 13.07.2017 17:42