Politik mal einfach erklärt

24. Februar 2016  Presse, Redaktion

b1b8d239-2a95-4bf6-b6b1-11fcecfdf3ff.jpgPolitik einfach und verständlich. So, wie es der Wähler am liebsten mag. Klartext und keine Verwirrung. Das so etwas möglich, bewies die Veranstaltung „Politik in leichter Sprache“, ausgerichtet von der VHS Schwäbisch Gmünd und der Stiftung Lindenhof. Behinderte und nicht behinderte Menschen konnten die Landtagskandidaten treffen.

Schwäbisch Gmünd. Warum sagt man „die Löhne stagnieren“, anstatt „die Löhne steigen nicht weiter an“? Keiner sagt: „An meinem Auto befindet sich sehr viel Eisendioxid“, sondern einfach: „Mein Auto rostet.“

Nicht kompliziert, sondern einfach. So lautete das Motto der Veranstaltung „Politik in leichter Sprache“. Die Landtagskandidaten des Wahlkreises Schwäbisch Gmünd/Backnang hatten am Dienstag die Gelegenheit, ihre Ziele und Vorstellungen den Wählern nahe zu bringen. Natürlich so, damit jeder sie verstehen konnte, egal ob behindert oder nicht-behindert.
„Die Grundlage für diese Veranstaltung ist die UN-Konvention von 2009. Sie möchte behinderten Menschen genauso viele Rechte geben, wie anderen auch“, erklärte Dieter Lehmann, der gemeinsam mit Dr. Ute Schütte durch den Abend führte. Die Kandidaten stellten sich vor und hatten gleich zu Beginn die Möglichkeit, die Kernaussagen ihrer Partei kurz und bündig zu formulieren.

 Dr. Stefan Scheffold (CDU): Die CDU nimmt die christlichen Werte als Maßstab politischer Entscheidungen.

 Veronika Gromann (Bündnis 90 /die Grünen): Wir setzen uns ein für eine Politik für den Menschen und die Natur.

 Klaus Maier (SPD): Wir sind die Partei der sozialen Gerechtigkeit. Mensch sollen nicht unterteilt werden

 Dr. Julia Frank (FDP): Der Staat schaft mit Gesetzen Rahmenbedingungen für die freie Entfaltung des Menschen und den Schutz der Grundrechte.

 Alexander Relea-Linder (Die Linke):
Der soziale Wohnbau, sowie soziale Berufe müssen gefördert werden.
Da die Stiftung Lindenhof Mitveranstalter war, ging es auch um das Thema Arbeit mit und für Behinderte. In diesem Punkt waren sich die Kandidaten einig: Werkstätten, wie sie von der Stiftung Lindenhof betrieben werden, gehören weiterhin gefördert. Jedoch brauche es auch Arbeitgeber, die in der freien Wirtschaft Arbeitsplätze für Behinderte zur Verfügung stellen. „Wir müssen Behinderte Menschen an der Gesellschaft teilhaben lassen“, betonte Klaus Maier. Und Julia Frank sagte: „Die Teilhabe am Arbeitsleben ist für alle Menschen sehr wichtig.“
Uneinigkeit herrschte beim Thema Inklusion. Veronika Gromann und Alexander Relea-Linder sprachen sich für Inklusion in der Bildungslandschaft aus. „Wir möchten nicht nur Inklusion in der Schulem, sondern auch im Kindergarten, an der Universität und bei der Ausbildung“, sagte Relea-Linder.
Stefan Scheffold und Julia Frank sind eher für Inklusion im Alltag: „Es ist wichtig, dass wir die Förderschulen unterstützen. Aber wir sollten uns auch fragen, wie wir eine Inklusion im Alltag betreiben können, die hilft, Berührungsängste abzubauen. Vereine übernehmen hier eine wichtige Rolle“, sagte Scheffold.