„Piazza eindeutig der Ideengeber“

18. Februar 2016  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Der CDU-Stadtrat und Herliköfer Ortsvorsteher Celestino Piazza ist „eindeutig“ der Ideengeber des Haustyps „Gamundia“. Dies sagten am Mittwoch übereinstimmend Bürgermeister Dr. Joachim Bläse und der amtierende Geschäftsführer der Vereinigten Gmünder Wohnungsbaugesellschaft VGW, Thomas Riede.

MICHAEL LÄNGE UND WOLFGANG FISCHER

Schwäbisch Gmünd. Er habe kein Mandat in der VGW, sagte Bläse. Deshalb könne er „ganz neutral“ für die Stadt zur Diskussion über die VGW Stellung nehmen. Zwei Dinge würden aktuell diskutiert, sagte Bläse und nannte den Haustyp „Gamundia“ und die Frage, ob der Oberbürgermeister „eigenmächtig den Geschäftsführer der VGW in die Wüste geschickt“ habe. Dazu stellte der Bürgermeister fest: „Die Idee und Entwicklung des Haustyps ‘Gamundia’ liegt eindeutig bei Stadtrat Piazza.“ Und: Der Oberbürgermeister habe „völlig normal“ das Wirtschaftsunternehmen als Aufsichtsratsvorsitzender begleitet. Denn ein Aufsichtsratsvorsitzender könne nur tun, was das Gremium mehrheitlich mittrage.
Seine Sicht zum Haustyp „Gamundia“ erläuterte Bläse so: Im Spätsommer 2015 sei unklar gewesen, wieviele Flüchtlinge 2016 nach Gmünd kommen. Im Raum standen Zahlen zwischen 200 und 500. Gmünd habe sich auf die Situation vorbereiten wollen, damit die Stadt keine Turnhallen mit Flüchtlingen belegen muss. Dazu gab es ein Gespräch am 5. Oktober, an dem Arnold, Mihm, Piazza als Aufsichtsrat und von der VGW damals noch Wolfgang Frei und Thomas Riede teilgenommen haben. Eingeladen war ein externer Anbieter von Wohnunterkünften. Dessen Vorschläge befürworteten die Anwesenden nicht. Statt dieser „anonymen“ Wohnungen wollten sie eher „kleine, individuelle Einheiten“. Deshalb entstand bei diesem Gespräch am 5. Oktober durch Piazza eine „Handskizze“, die kleinere Einheiten in Modulen enthielt, sagte Bläse. Diese Skizze habe Piazza den VGW-Vertretern mitgegeben. Kurz danach, am 9. Oktober, habe es ein erneutes Treffen gegeben, bei dem diese Skizze präzisiert wurde. Dabei seien auch, vom Baubürgermeister angestoßen, Häuser diskutiert worden, wie sie in den 90er-Jahren in Tübingen gebaut worden waren.
Nach dieser Sitzung habe die VGW entschieden, den Architekten Uli Seitler einzuschalten, um „aus den Skizzen präsentierfähige Zeichnungen zu machen“. Dies, sagte am Mittwoch Thomas Riede, sei nicht mit Piazza abgestimmt gewesen. Was „vielleicht ein Fehler gewesen“ sei. Der Zeitdruck sei groß gewesen, da der Haustyp „Gamundia“ den Ortsvorstehern am 21. Oktober vorgestellt werden sollte. Denn die Stadt wollte die Ortsvorsteher bitten, in ihren Stadtteilen freie Wohnungen für Flüchtlinge und eventuelle Bauplätze für das „Gamundia“-Haus zu suchen.
Bei einem weiteren Gespräch zwischen Piazza, Seitler und Riede gab es Diskussionen zwischen Piazza und Seitler, sagte Riede. Dabei ging es um die Länge der Flure und darum, dass der Haustyp nicht nur für Flüchtlinge geplant werden sollte, sondern auch für andere Mieter. Piazza habe Seitler angeboten, weiter zu arbeiten. Er „wollte dies jedoch nicht“. Der Begriff, dass Seitler und Piazza „parallel“ gearbeitet hätten, sei „vielleicht etwas unglücklich“ gewesen, sagte Riede. Für ihn jedoch ist, wie für Bläse, „eindeutig, dass Piazza der Ideengeber“ ist. Dass Piazza als Aufsichtsrat und Stadtrat das Mandat bekommen könne, „hat der Aufsichtsrat beschlossen“, sagte Riede. Zuvor sei über den Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen vbw geklärt worden, dass dies rechtlich geht, sagten Riede und Bläse.
Zur Frage, ob der OB „eigenmächtig“ den VGW-Chef „in die Wüste geschickt“ habe, sagte Bläse: Die Handlungsweise des Oberbürgermeisters sei „völlig in Einklang mit dem Recht und damit, was ein Aufsichtsrat zu tun hat“. Ansonsten seien die Sitzungen des Aufsichtsrates „Internas, die ich nicht kenne“.