Offen diskutieren – und sachlich (Kommentar Julia Trinkle Gmünder Tagespost)

21. Oktober 2017  Gemeinderat, Ortsvorstand, Presse, Redaktion

Sie war längst fällig, die Bürgerinformation zur Zukunft des Gmünder Hallenbades. Bei einem derart großen und wichtigen Projekt müssen die Bürger mitreden können. Es ist daher gut, dass Oberbürgermeister Richard Arnold einen Bürgerentscheid darüber vorschlägt.

Damit sich die Bürger wirklich entscheiden können, braucht es aber echte Alternativen. Die Stadtspitze will die ganz große Lösung mit dem Bau eines Sport- und Spaßbades mit Wellness, die nur mit Investor möglich ist. Alternativen? Bislang Fehlanzeige. Denn es ist keine Option, das jetzige Hallenbad an der Goethestraße „mehr schlecht als recht“ zu sanieren, wie es Bürgermeister Dr. Joachim Bläse formuliert. Die Millionen, die das marode Bad verschlingen würde, ist es nicht mehr wert. Das Hallenbad ersatzlos zu schließen, ist undenkbar. Schulleiter und Schwimmverein fordern zurecht: Kinder müssen schwimmen lernen können.

Der Standort Gleispark, für den sich die Stadtspitze ausspricht, bietet viele Vorteile. Ein Bad ist dort gut erreichbar und passt zur Jugendmeile. Zumal: Die Fläche müsste mit der passenden Architektur genug Platz bieten für ein attraktives Bad – auch ohne Nepperberg. Tastet die Stadt diese, wie Arnold selbst sagt, „sensible“ Fläche an, sind berechtigte Einsprüche von Naturschützern und Nachbarn sicher.

Offen muss die Stadtspitze die Anregungen auch und gerade kritischer Bürger einbeziehen. Der Oberbürgermeister muss sie ernst nehmen, wenn sie – sachlich – Bedenken zu seinen Visionen äußern und darf sie nicht als Miesmacher abstempeln. Julia Trinkle

© Gmünder Tagespost 20.10.2017 19:10