OB will zurück zu Ökostrom

Ob Schwäbisch Gmünd doch zu 50 Prozent Ökostrom bezieht, könnte in Kürze erneut Thema im Gemeinderat werden. Denn OB Richard Arnold hatte am Mittwoch die Dezember-Ratsentscheidung, als Stadt keinen Ökostrom zu kaufen, als „verunglückt“ bezeichnet. Dies sehen mehrere Stadträte auch so.

michael länge

Schwäbisch Gmünd. Der Gemeinderat hatte im Dezember nichtöffentlich beschlossen, keinen Ökostrom zu kaufen und so 37 000 Euro einzusparen (die GT berichtete, www.tagespost.de). Die Initiative dafür hatte die SPD-Fraktion ergriffen, Vertreter anderer Fraktionen hatten die SPD unterstützt.

Die Stadtspitze wolle zurück zur bisherigen Lösung mit 50 Prozent Öko- und 50 Prozent Normalstrom, sagte Stadtsprecher Markus Herrmann. Unabhängig von Parteipolitik halte der OB die Dezember-Entscheidung für falsch. Denn Gmünd sei Modellstadt für Elektromobilität, und die Stadt habe ein zehn Punkte umfassendes Klimaschutzkonzept. Zudem sei der OB „Botschafter“ der Stadtwerke für Naturstrom, dies sei schwierig, wenn die Stadt selbst keinen Ökostrom beziehe. Die Stadt prüft nun, ob der Dezember-Beschluss bleiben muss oder das Thema erneut im Gemeinderat behandelt werden kann.

Sollte es dazu kommen, stehen die Chancen für Ökostrom besser: Seine Fraktion habe sich noch nicht ausgetauscht, sagte CDU-Sprecher Alfred Baumhauer. Er als Fraktionsvorsitzender jedoch sehe Arnolds Initiative „positiv“ und habe auch in seiner Position als stellvertretender Vorsitzender des Stadtwerke-Aufsichtsrates ein Interesse daran. „Ausdrücklich“ begrüßte Grünen-Sprecherin Brigitte Abele Arnolds Vorgehen. Sie sei froh, dass der OB dies anpackt. Als Stadt habe man Vorbildfunktion. Eine Werbekampagne der Stadtwerke für Naturstrom sei nicht zu vermitteln, wenn die Stadt selbst keinen Naturstrom beziehe, sagte Sebastian Fritz (Die Linke). „Wir waren enttäuscht, dass dies von der zweitgrößten Fraktion beantragt worden ist“, sagte Fritz zum SPD-Antrag, auf Ökostrom zu verzichten. Dass „diejenigen, die sonst die Ökofahne hochhalten“, diesen Antrag formulierten, versteht auch Karin Rauscher (FWF) nicht. Ihre Fraktion werde den OB hier unterstützen.

„Die Entscheidung vom Dezember war richtig“, sagte dagegen Ullrich Dombroski (FW / FDP). Eine Vorbildfunktion stehe der Stadt in dieser Frage nicht an, und Stadträte hätten mit Geld sorgfältig umzugehen. „Wir unterstützen nachhaltig Investitionen in die Schaffung alternativer Energiequellen“, sagte SPD-Sprecherin Sigrid Heusel. Die SPD-Fraktion wolle die Energiewende ohne Wenn und Aber. Doch man habe auch noch eine andere Verantwortung. Einen Zuschlag für Ökostrom wollte ihre Fraktion „nicht über einen Kredit finanzieren“. Zudem habe die SPD-Fraktion den Antrag damit verbunden, den Stromverbrauch zu reduzieren. Die SPD-Fraktion werde dies aber nochmal neu bewerten.

© Gmünder Tagespost 25.01.2013