OB sollte dem Beispiel von Herrn Neumeister folgen

06. Oktober 2010  Gemeinderat, Sebastian Fritz

Letzte Woche war den Medien zu entnehmen, dass OB Arnold (CDU) mit einigen weiteren Bürgermeistern und dem Landrat Pavel das Projekt Stuttgart 21 unterstütze. Dies verwundert sehr, denn es gibt kein einziges Argument, wonach S21 für die Region und die Städte an der Remsbahn einen Nutzen bringen sollten. Die Nachteile zusammengefasst: Noch immer verkehren auf der Remsbahn überwiegend renovierte alte Wagen der N‐ Klasse aus den 60er Jahren. Steile und enge Einstiege, klemmende Türen und defekte Toiletten sind weder Senioren‐Familien noch behindertenfreundlich. Zudem geht aus dem vom Innenministerium des Landes in Auftrag gegebenen SMA-Gutachten hervor, dass sich die Situation der Taktzeiten enorm verschlechtern werde. Dies liegt nicht daran, dass die Befürworter von S21 dies so beabsichtigen – nein es geht schlichtweg nicht anders, da der Tiefbahnhof von den Kapazitäten der einfahrenden Züge nicht mehr aufnehmen kann. Außerdem ist aus Gmünder Sicht realistisch mit dem Verlust des Intercity Zuges zu rechnen. Als letztes (es gäbe noch mehr Gegenargumente) ist durch die Landesgartenschau in Gmünd und den damit verbundenen Rückbau des Güterbahnhofes mit dem totalen Verlust von Güterzügen zu rechnen. Dies bedeutet zum einen den Rückgang von Einnahmen der Bundesbahn und zum andern eine Erhöhung des Güterverkehrs auf der Bundesstraße.

OB Arnold hat auf die Anfrage von Sebastian Fritz ob Gmünd im Rahmen der Regionalumlage für S21 ebenfalls bezahlen müsse und welche Vorteile S21 für GD hätte geantwortet: “Er unterstütze Stuttgart 21, weil die Maßnahme „europäische Dimensionen“ habe und „eine Verbindung vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer“ schafft.” Na dann – oben bleiben! Im übrigen hat einer der Unterzeichner bereits wieder einen Rückzug gemacht. Herr Neumeister aus Riesbürg hat seine Unterschrift nach der brachialen polizeilichen Gewalt gegen friedliche Demonstranten wieder zurückgezogen.