Nicht zu Ende gedacht

13. Mai 2010  Gemeinderat, Sebastian Fritz

Herr Oberbürgermeister, verehrte Kolleginnen und Kollegen, wir von der im Aufbau befindlichen Fraktion DIE LINKE haben unsere Zustimmung zu dem vorliegenden Beschlussantrag bereits im Bau- und Umweltausschuss kundgetan. Das Konzept des Kinderhauses ist überzeugend und auch der überarbeitete bauliche Entwurf trifft auf unsere Zustimmung. An dieser Stelle sei ein Dank an Herrn Dr. Bläse, Frau Schüttler und die betroffenen Einrichtungen gerichtet, denn es ist nicht selbstverständlich, einen solchen neuen Weg zu gehen!

Der vorliegende Beschlussantrag bezieht sich auf die bauliche Maßnahme, aber diese hängt nicht unwesentlich von der pädagogischen Konzeption ab. Wir von der Linken halten das Zusammenrücken von Kindertagesstätte und Schule für äußerst wichtig und sinnvoll, aber leider nicht zu Ende gedacht.

Aus diesem Grund stellen wir den Antrag, mit den Beteiligten Institutionen gemeinsam zu prüfen, ob eine über die angedachte Konzeption hinausgehende Verzahnung mit den weiterführenden Schulen möglich wäre. Lassen Sie mich kurz den Antrag begründen:

Wir von der Linken fordern die Verwaltung auf, die beteiligten Einrichtungen und Institutionen für ein Konzept des Länger gemeinsamen Lernens in Lindach zu überzeugen und bei der Konkretisierung zu unterstützen. Uns ist klar, dass die Stadt gegenüber den Landesbeamten der Grundschule nicht weißungsbefugt ist und dies ist auch gar nicht unsere Absicht. Wir fordern mit diesem Antrag die Verwaltung lediglich auf, in dem vorliegenden Beispiel und darüber hinaus im gesamten Stadtgebiet auszuloten, ob es eine Schule gibt, die sich vor den täglichen Herausforderungen und der möglichen Schließung für das Konzept Länger gemeinsamen Lernen entscheiden würde.

Eines möchte ich an dieser Stelle noch anmerken:

Ich möchte die Spitze der Verwaltung ausdrücklich davor warnen, wieder mit formalen Tricksereien eine Debatte über den Antrag im Keim abzuwürgen. Wir alle wissen, dass die Verwaltung durch die Einführung der Werkrealschulen den kleinen Hauptschulstandorten eine Interimszeit von zwei Jahren gegeben hat, bis es zur möglichen Schließung von Hauptschulstandorten kommt. Lassen Sie uns diese Zeit dafür nutzen, um zu überlegen, wie wir möglichst viele Schulen erhalten können und dies mit einem zukunftsgerichteten pädagogischen Konzept. Und hierfür könnte das Bildungshaus Lindach über den zu beschließenden Iststatus hinaus als Pilotprojekt Schlagzeilen machen!

Wer hier die Debatte nicht führen will und den ernstgemeinten Antrag diesbezüglich abwürgt, der möge bitte auch den Gmünderinnen und Gmündern sagen, dass ihnen die Schulstandorte egal sind!