Neue Bauplätze gegen Wohnungsnot

Die Nachfrage nach Bauplätzen in Schwäbisch Gmünd und seinen Stadtteilen ist ungebrochen groß. Die Stadträte des Bau- und Umweltausschusses haben am Mittwochabend Gebiete in Bettringen, Rechberg und Straßdorf auf den Weg gebracht:

„Neues Wohnen Güglingstraße“ in Bettringen: In dem 8,95 Hektar großen Gebiet direkt neben der Buchauffahrt im Osten von Oberbettringen sind rund 100 Wohneinheiten geplant. Die Stadtverwaltung sieht dort in erster Linie Geschosswohnungen in Mehrfamilienhäusern vor. Auch andere Wohnformen wie Senioren-Appartements seien denkbar. Vereinzelt können an den Rändern außerdem Einfamilienhäuser entstehen. Das soll „kein normales Wohngebiet“ werden, sondern ein sehr nachhaltiges, stellt Gerhard Hackner, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, das Konzept vor. Bei den Mehrfamilienhäusern soll vorzugsweise Holz als nachwachsender Rohstoff verbaut werden. Zudem seien Blockheizkraftwerke geplant. Weil die Nachfrage gerade nach bezahlbarem Wohnraum groß ist, will die Stadtverwaltung das Wohnquartier gemeinsam mit der Vereinigten Gmünder Wohnungsbaugesellschaft (VGW) entwickeln. Sebastian Fritz, Sprecher der Fraktion die Linke, fragt nach, was das konkret bedeutet: ob dort auch sozialer Wohnungsbau entsteht? „Es soll keine abgeschottete Siedlung für hochvermögende Menschen sein“, antwortet Oberbürgermeister Richard Arnold. Doch wo der Preis am Ende liege, könne momentan noch niemand sagen, weil die Planungen jetzt erst anlaufen.

„Die Wohnungsnot in Bettringen ist extrem groß“, nimmt Brigitte Weiß, CDU-Stadträtin und Bettringer Ortsvorsteherin, Stellung zu dem Vorhaben. Das neue Baugebiet sei „nur positiv für Bettringen“. Der Bettringer Ortschaftsrat hat sich entsprechend einstimmig dafür ausgesprochen. Wenn der Eigentümer die Flächen verkauft hätte, als das Baugebiet Hirschfeld nebenan entstanden ist, wäre dort längst Bauland, sagt Konrad Sorg, SPD-Stadtrat aus Bettringen. Brigitte Weiß, Konrad Sorg wie auch Grünen-Stadtrat Elmar Hägele weisen darauf hin, dass die zu enge und zu viel befahrene Güglingstraße, die mitten durch das neue Baugebiet führen wird, dringend ausgebaut werden müsse. Richard Arnold stimmt dem zu und nennt den Zustand dort „entsetzlich“. „Die Straße müssen wir mitdenken“, betont das Stadtoberhaupt.

„Hartäcker V“ in Rechberg: „Wir haben 40 ernsthafte Interessenten und keinen einzigen Bauplatz“, sagt Rechbergs Ortsvorsteherin Anne Zeller-Klein, als es im Bau- Umweltausschuss um die Erweiterung des Baugebiets Hartäcker geht. In dem 0,94 Hektar großen fünften Abschnitt sollen zwölf Bauplätze für Einzel- oder Doppelhäuser und somit etwa 24 Wohneinheiten entstehen. Das Bauunternehmen Georg Eichele aus Untergröningen soll sich um die Erschließung des Baugebiets kümmern. Für den Kanalbau, die Hausanschlüsse und den Straßenbau samt Beleuchtung plant die Stadt Kosten von rund 255 000 Euro ein. Im Zuge dessen soll auch der vierte Abschnitt der Hartäcker, der 2014 erschlossen wurde, seinen Endausbau samt Gehweg erhalten. Und der südliche Straßenabschnitt des Rohrackerwegs soll voll ausgebaut werden. Erstmals, was bedeutet, dass Anlieger dort nun dafür Beiträge bezahlen müssen. Die Bauarbeiten sollen bis spätestens Juli 2020 abgeschlossen sein.

„Käppelesäcker IV“ in Straßdorf: Im 3,64 Hektar großen vierten Abschnitt des Baugebiets im Norden von Straßdorf sollen laut Plänen der Stadtverwaltung 42 Bauplätze entstehen: 30 Einzelhäuser mit zum Teil zwei Wohnungen, acht Doppelhäuser, zwei Reihenhäuser sowie zwei Mehrfamilienhäuser. Das ergibt insgesamt rund 76 Wohneinheiten und damit Wohnraum für etwa 206 neue Bewohner. Für Kanal-, Straßenbau- und andere Erschließungsarbeiten plant die Stadt rund 2,3 Millionen Euro ein.

Die Stadträte des Bau- und Umweltausschusses haben die Pläne für die drei Baugebiete vorberaten. Darüber beschließen soll der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch, 17. Juli, ab 16 Uhr im Rathaus.

© Gmünder Tagespost 10.07.2019 21:32