Nein ist die richtige Antwort

06. Dezember 2019  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Amazon baut kein Verteilzentrum in Gmünd. Das hat der zuständige Ausschuss des Gemeinderats in dieser Woche, wenn auch denkbar knapp, entschieden. Unterm Strich betrachtet: Die Entscheidung war richtig.

Das stärkste Argument: Soll die Stadt 25 000 bis 30 000 Quadratmeter Gewerbefläche in guter Lage bebauen lassen für etwa 100, in Spitzenzeiten 175, Arbeitsplätze? Eine ähnliche Frage hat der Gemeinderat bereits 2003 bei der Diskussion um ein Aldi-Logistikzentrum mit Nein beantwortet. Umso mehr muss sie jetzt, da die Knappheit solcher Baugrundstücke noch viel deutlicher zu spüren ist, verneint werden. Gut, dass die Stadträte auch unter dem Eindruck des drohenden Personalabbaus bei Bosch nicht zur schnellen Notlösung für neue Arbeitsplätze gegriffen haben.

Die ebenfalls diskutierte Frage, ob die Ansiedlung des Online-Konkurrenten dem Gmünder Einzelhandel zusätzlich zusetzt, ist dagegen nicht relevant. Kunden, offenbar auch viele in Gmünd, bestellen eben ihre Waren im Internet, weil für sie die Nähe des Verkäufers keine Rolle mehr spielt. Die Gmünder Einzelhändler müssen selbst aktiv werden, um sich gegen diesen Konkurrenten zu wehren. Ob der eine Außenstelle auf dem Gügling oder in der Krähe hätte, spielt keine Rolle.

Sehr wohl eine Rolle spielte das Image von Amazon. Immer wieder gibt es Berichte über fragwürdige Arbeitsbedingungen. Dieses Imageproblem wiegt schwer – gerade in einer Zeit, in der man Bosch an seine Verantwortung für die Arbeitnehmer erinnert. Wolfgang Fischer

© Gmünder Tagespost 06.12.2019 21:25