Neid aufs Gmünder Herz ist falsch

25. Juli 2015  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Der „Gmünder Sommer“ ist gewollt. Von der Stadt, vom Gemeinderat. Dies ist richtig so. Es wäre ein eklatanter Fehler gewesen, Gmünd zu verschönern und das Schöne dann brach liegen zu lassen. Dass dabei gleich alles glatt geht, hat niemand erwartet. Auszuprobieren und nachzubessern, das ist richtig. Dazu gehören die Klagen über Schmutz, über Zerstörung der Strandkörbe, über Lärm. Sie sind berechtigt. Sie waren zu erwarten. Wenn Zäune nachts offen bleiben, bleibt Vandalismus nicht aus. Dem muss die Stadt deutlich, konsequent und vor allem schnell begegnen, um weitere Auseinandersetzungen mit Anwohnern zu verhindern. Die hatte sie schon in Wetzgau. Das reicht.
Ja, käme der Weleda-Garten bei Wetzgau nicht, wäre das kein Beinbruch. Aber ein gravierender Verlust. Denn Weleda ist ein Stück Gmünd. Ein bedeutendes. Deshalb sollte die Stadt alles daran setzen, diesen Garten mit den Grundstückseigentümern und der Weleda zu verwirklichen. Anstatt von Vertragsunterzeichnung zu Vertragsunterzeichnung zu vertrösten. So nämlich veräppelt sie die Bürger.
Die härteste Nuss für die Stadt ist die Kritik an fehlender Grünpflege in Stadtteilen. Hier geht’s nicht nur darum, dass Gras an der Klepperlestrasse nicht gemäht wird. Diese Kritik geht tiefer. Sie ist die Fortsetzung eines Jahrzehnte alten Gmünder Themas: Wer kriegt mehr, Innenstadt oder Stadtteile? Ja, Grünpflege muss sein. Und es fällt schwer, die fehlenden Rasenmäher als Entschuldigung ernst zu nehmen. Im Kern aber ist es doch so: Neid auf Investitionen in die Innenstadt ist falsch. Weil davon alle Stadtteile profitieren. Ein gesundes Herz zieht Menschen an. Die sich in den Stadtteilen niederlassen. Die Geschäfte sichern. Schulen. Infrastruktur. Vereine stärken. Eine Investition ins Herz ist also auch eine Investition in Stadtteile. Dies muss die Stadtspitze den Bürgern klar machen. Wieder und wieder. Unermüdlich. Michael Länge
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© Gmünder Tagespost 24.07.2015 21:39:57