Nächstes Ziel: Jeder zeigt Profil

12. September 2012  Gemeinderat, Presse, Sebastian Fritz

Viel Lob gibt es im Sozialausschuss für das im Juli veröffentlichte Leitbild, in dem sich alle Gmünder Kindertagesstätten auf Bildungsziele geeinigt haben. Mit Spannung erwartet wird nun Phase zwei des gewaltigen Projekts: „Jetzt ist jeder Kindergarten gefragt, im großen Rahmen Profil zu zeigen“, erklärt Bürgermeister Dr. Joachim Bläse. Eltern könnten sich dann zum Beispiel entscheiden für einen Kindergarten mit sportlichem, oder mit naturverbundenem oder mit musikalischem Schwerpunkt.

ANKE SCHWÖRER-HAAG

Schwäbisch Gmünd. Zwei Varianten besichtigen die Mitglieder des Sozialausschusses zu Beginn der Sitzung: einerseits den nun viergruppigen Kindergarten St. Koloman in Wetzgau, dessen Leiterin Dorothee Weseloh nicht nur stolz die neuen Räume präsentiert, sondern auch den inhaltlichen Wandel zum offenen Miteinander bei individueller Zuwendung beschreibt. Und andererseits den Schönblick-Waldkindergarten, dessen Leiter Joachim Wagner das naturverbundene Konzept der Draußenbetreuung bei jedem Wetter erklärt.

Später im Sitzungssaal erinnert Fachberaterin Andrea Geiger an den rund 18 Monate langen Entstehungsprozess des städtischen Leitbildes, das nun für alle elf Einrichtungen der Stadt Wegweiser ist im Umgang mit den Kindern, den Eltern, den Kolleg(inn)en, den Behörden und sonstigen Institutionen. Sie räumt ein, dass das von vielen mitformulierte Leitbild auf den ersten Blick wie eine Sammlung von Allgemeinplätzen wirken könne. „Doch dieses Ergebnis verbindet alle zu einem Grundkonsens, dessen Standard von den Eltern nun ebenso eingefordert werden kann, wie von den Kindertagesstätten.“

Weil der Leitbildprozess bei allen Beteiligten das Bewusstsein für den Wert der Arbeit in Kindergarten und Kindertagesstätte geweckt habe, sieht der Bürgermeister dem kommenden zweiten Baustein mit Spannung entgegen: „Jede Einrichtung erstellt nun ihre eigene Konzeption mit dem Ziel, klare Schwerpunkte im Orientierungsplan herauszuarbeiten.“ Das könne zur gewünschten Durchmischung in den Kindergartengruppen führen, die allen Mädchen und Jungs eine Teilhabechance am Leben eröffne. „Die Ganztagesgruppe in der Innenstadt ist ein positives Beispiel, weil sie von Kindern aus allen Bevölkerungsschichten besucht wird“, erläutert Bläse.

Die Sprecher der Fraktionen loben den Ansatz und die Umsetzung: „Jetzt müsste wirklich überall angekommen sein, dass im Kindergarten nicht nur gespielt wird“, betont Christa Rösch (CDU). Daniela Maschka-Dengler (SPD) lobt, dass die kirchlichen Träger am Leitbildprozess mitgewirkt haben und wünscht sich, dass nun das Thema Inklusion (Eingliederung Behinderter) mutig angegangen wird. Elmar Hägele (Grüne) ist überzeugt, dass die Selbstreflektion bei der Arbeit am Leitbild alle weitergebracht hat und sieht gute Chancen für eine echte Partnerschaft zwischen Eltern und Einrichtungen. Heidi Preibisch (Freie Wähler/FDP) wagt die Vision, dass auch Schulen mehr kommunal bestimmt sind und sich auf einen vergleichbaren Weg machen. Sebastian Fritz (Die Linke) regt einen differenzierten Betreuungsschlüssel an, um die Integrationschancen zu vergrößern. Karl-Heinz Scheide (CDU) und Christa Schmidt (SPD) danken allen Beteiligten für die gute und engagierte Arbeit.

© Gmünder Tagespost 12.09.2012