Muss Esperanza schon 2016 sparen?

1457553101_php7dzlwZ.jpgEine Halbierung des Zuschusses für die Jugendkulturinitiative (JKI), wie sie die CDU gefordert hatte, ist vom Tisch. Doch ob die Initiative, die das Jugendkulturzentrum Esperanza betreibt, trotzdem noch in diesem Jahr mehr Geld einnehmen muss, darüber entscheidet erst der Gemeinderat nächste Woche.

Wolfgang Fischer

Schwäbisch Gmünd. Mit einem Zuschuss von 20 000 Euro trägt die Stadtverwaltung seit Jahren die Unkosten des Esperanza, eventuelle Einnahmen kann die JKI in ihre Arbeit stecken.

Das sei ungerecht gegenüber anderen Vereinen, so begründete Stadtrat Christian Baron den Antrag seiner Fraktion, den Zuschuss in diesem Jahr auf 17 000 Euro zu reduzieren und mittelfristig zu halbieren.
Nachdem aber auch Oberbürgermeister Richard Arnold bei den Christdemokraten darum geworben hatte, den Antrag zurückzuziehen, nannte Baron einen Kompromissvorschlag: In diesem Jahr solle die JKI einen Eigenbeitrag von 2000 Euro zu den Unkosten leisten. Außerdem solle sie eine Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen. Dann müsse geprüft werden, ob nicht der Umzug des Esperanza in eine städtische Immobilie Kosten sparen würde. Baron sah dies als „Einstieg“ in einen Eigenbeitrag. Ob dieser Einstieg allerdings noch 2016 oder, wie vom OB und anderen Fraktionen gefordert, erst im nächsten Jahr erfolgen soll, darüber muss sich die CDU selbst noch einigen. Deshalb wird dieser Aspekt erst in der Gemeinderatssitzung kommende Woche entschieden.
OB Arnold hatte das Engagement der JKI sehr gelobt, allerdings sei es in Gmünd zu wenig bekannt. Sie kooperiere intensiv mit der Stiftung Haus Lindenhof, bringe sich stark in die Flüchtlingsarbeit ein. Er könne sich vorstellen, dass mit dem Vermieter des Esperanza-Gebäudes beim Zustand des Hauses über einen Nachlass zu reden sei.
Konrad Sorg (SPD) lobte die Arbeit der JKI als „großartig und vorbildhaft“. Für ihn wäre es schlechter Stil, noch fürs laufende Jahr den Zuschuss zu kürzen. Grünen-Stadtrat Gabriel Baum war ebenfalls dagegen, schon 2016 zu kürzen. Ullrich Dombrowski, Sprecher der Bürgerliste, empfahl gleichfalls, das Thema „mit etwas mehr Ruhe anzugehen“. Karin Rauscher (FWF) sah einen Eigenbeitrag von zehn Prozent als „vernünftigen Einstieg“. Sebastian Fritz (Linke) sagte, dass die Arbeit, die die JKI leiste, woanders von den Städten geleistet werde. Der städtische Beitrag sei schon mal gekürzt worden, die JKI nicht mit örtlichen Vereinen zu vergleichen. Er plädierte dafür, erst 2017 über Kürzungen zu sprechen.
Der JKI-Vorstand hatte in einem Info-Blatt argumentiert, dass der Wegfall der Zuschüsse das Aus für das Esperanza bedeuten würde.

 

© Gmünder Tagespost 09.03.2016 20:49:37