Mit Gartenschau-​Schwung die Agenda „Gmünd 2020“ auf den Weg gebracht /​Dankesworte am Ende des Sitzungsjahres

Bild 2Gmünd immer noch oder auch jetzt erst recht in Aufbruchstimmung. Dies wurde am Mittwoch in der letzten Gemeinderatssitzung in diesem denkwürdigen Jahr vermittelt, als das umfassende Zukunftsprogramm „Gmünd 2020 – Agenda für nachhaltige Stadtentwicklung“ einhellig beschlossen wurde.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Als Impulsgeber und Moderator hatte der frühere Gmünder und Stuttgarter Oberbürgermeister Professor Dr. Wolfgang Schuster den Prozess mit rund 50 Themensitzungen und Klausurtagung begleitet. So ergriff er gestern abschließend zu dieser Zukunftswerkstatt das Wort. „Ich freue mich, dass ich in diesem Raum mal wieder was zu sagen habe“, meinte er eingangs schmunzelnd. Zunächst gratulierte er allen Gmündern zur „außerordentlich gelungenen Landesgartenschau“. Auf diesen Schwung, auf diese so großartig-​positive Außenwirkung könne man nun sehr gut aufbauen, um den zukünftigen Herausforderungen zu begegnen. Die Welt werde globaler und mobiler, der Wettbewerb zwischen den Städten und Regionen wachse. Einstmals seien auch die Schwaben als Flüchtlinge und Auswanderer in fremde Länder gegangen, hätten dort als Neubürger viel Wertschätzung erarbeitet. Besonders habe nun Gmünd unter Oberbürgermeister Richard Arnold eine Kultur des Willkommens gestaltet, die sowohl von Humanität auch als von Nützlichkeit geprägt sei, wenn man die demografische Entwicklung betrachte. Abgesehen davon erinnerte Schuster aktuell an das Weihnachtsfest, das letztendlich ja auch von einer Flüchtlingsgeschichte geprägt sei.
„Schwäbisch Gmünd hat viel Spielraum, nicht aber beim Geld“, fasste Wolfgang Schuster das Ergebnis aus der Agenda „Gmünd 2020“ zusammen. Er verwies auf den Rekordschuldenstand, betonte aber gleichzeitig, dass bei und mit der Gartenschau sowie bei den Kitas und in die Schulentwicklung genau richtig investiert worden sei. Als Problem komme nun auf alle Kommunen nun die Schuldenbremse von Bund und Land hinzu, weshalb damit zu rechnen sei, dass dieser letzten Institution in der finanzpolitischen Kette gewiss zusätzliche Belastungen aufgebürdet werden. Die Chance Gmünds sehe er darin, „durch ein qualitatives Wachstum die Einnahmen für den Haushalt zu erhöhen“. Als Schwerpunkte dieses Strukturwandels nannte Schuster drei Punkte: Gmünd für Neubürger attraktiv machen, Investoreninteresse ankurbeln und Touristenströme hierher lenken. Die Stadt entwickle dazu bereits auf der Grundlage der Gartenschau-​Erfahrungen ein sehr gutes Marketing und habe besondere und entwicklungsfähige Merkmale. Als Beispiel nannte Wolfgang Schuster: „Gmünd als kulturelles, geistiges und geistliches Zentrum“.
Die Ausführungen ernteten viel Beifall. Lediglich Stadtrat Elmar Hägele zweifelte namens der Grünen die Wachstums-​Aussagen Schusters an. Vor allem: „Bevor wir neue Bürger anwerben sollten wir uns um die Bestandspflege kümmern“.
Alle weiteren Tagesordnungspunkte wurden danach blitzschnell durchgewunken. Nicht immer gab es dazu einstimmige Beschlüsse. Die Fraktion „Die Linke“ lehnte den Beitritt Gmünds zur Remstal-​Gartenschau sowie die Gründung des Eigenbetriebs „Gmünd erleben“ ab, weil Teile der Bürgerschaft weiterhin die Planungen für den Bürgerpark Wetzgau mit großer Skepsis betrachten, wie laut Stadtrat Sebastian Fritz die Resonanz bei der laufenden Unterschriftensammlung zeige.
Zum Abschluss der Gemeinderatssitzung holte Stadträtin Sigrid Heusel zu einer von allen Fraktionen mit viel Beifall unterstrichenen Dankesrede am Ende dieses außergewöhnliches Jahres aus. Vor allem widmete sie herzlichste Dankesworte an alle Bürger, Verwaltungs– und vor allem auch Bauhofmitarbeiter, die im Gartenschaujahr weit über ihre Pflichten hinaus gearbeitet und zu diesem grandiosen Erfolg beigetragen haben.
Als sie den „ganz besonderen persönlichen Einsatz“ von „Steuermann“ Richard Arnold hervorhob, wollte der Applaus nicht enden.