Mit den Planungen für Glockekreisel noch sehr unglücklich

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Der Gemeinderat folgte gestern der Empfehlung der Stadtverwaltung, beim Land einen Antrag für Aufnahme der Verkehrsprojekte Buchstraße, Glockekreisel und „Ums Stöckle“ in das LGVFG zu stellen. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich das Landes- Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Weil davon ausgegangen wird, dass zunächst nicht das komplette Gmünder Paket vom Land bezuschusst werden kann, will die Stadt Gmünd die Priorität auf den Ausbau der Buchstraße mit Glockekreisel setzen. Erneut kam es bei dieser Gelegenheit zu einer ausführlichen Aussprache über die Projekte und die Verkehrssituation allgemein.

Bürgermeister Dr. Joachim Bläse warb um Verständnis dafür, dass er im Regie- rungspräsidium wenig Chancen habe, mehrere Förderanträge gleichzeitig genehmigt zu bekommen. Die Zuschussgel- der seien nicht unerschöpflich und es gebe bezogen aufs ganze Land natürlich sehr viele Wünsche. Er stellte auch klar, dass es zunächst auch nur um einen Antrag auf Projektaufnahme handle. Erst wenn das geprüft sei, folge der endgültige Antrag für die Realisierung. Somit hätten Verwaltung und Gemeinderat ausrei-chend Zeit, die angestrebten Verkehrprojekte nochmals unter die Lupe zu nehmen und die Einzelheiten möglichst optimal auszugestalten.

Die konkreten Vorhaben, so unterstrich Dr. Joachim Bläse auch, möge der Gemeinderat immer im Zusammenhang mit dem Generalkonzept der Verkehrsplanung sehen. Es gehe vor allem darum, „den Ring um Gmünd zu organisieren“. Er sprach damit das Bestreben an, die Verkehrsknoten auch außerhalb der Innenstadt so umzugestalten, dass der Durchgangs- und Schwerlastverkehr aus Richtung Süden ins Remstal zur B 29 und zum Tunnel nicht länger quer durch die Innenstadt erfolge, sondern über die Buchauffahrt. Erläutert wurde weiter, wie sich die Stadtverwaltung die Umgestaltung des Glocke- zu einem zweispurigen Turbokreisel vorstelle.

Projekt „Ums Stöckle“ bleibt im Gemeinderat umstritten

Stadtrat Konrad Sorg (SPD) begrüßte es, dass der Ausbau der Buchstraße Priorität habe. „Das haben wir den Bürgern im Gmünder Osten schon lange versprochen.“ Überraschend sei für ihn, dass in dieses Projekt nun auch der Glockkreisel reingepackt worden sei. Mit der vorgestellten Kreiselplanung sei er überhaupt nicht zufrieden; da müssten noch viele Schwachstellen vor allem für Fahrradfahrer ausgebügelt werden. Ähnlich äußerte sich auch Stadtrat Karl Miller (Bündnis90/Die Grünen).

Es gehe doch nur um einen Vorentwurf für den Förderantrag, erinnerte Stadtrat Ullrich Dombrowski (Bürgerliste). Grundsätzlich sei er für den Kreiselausbau. Stadträtin Karin Rauscher (Freie Wähler Frauen) meinte gleichfalls: „Mit dem Versprechen, die Buchstraße auszu- bauen, stehen wir doch schon lange in der Pflicht.“

Stadtrat Sebastian Fritz (Die Linke) forderte in Sachen Glockekreisel deutliche Verbesserungen für Fahrradfahrer und Fußgänger. So wie die Planung jetzt aussehe, befürchte er sogar Verschlechterungen für Fahrradfahrer, wenn diese eine Turbokreisverkehr nicht mehr befahren dürften. In der bestehenden Unterführung komme es zudem immer wieder zu gefährlichen Begegnungen zwischen Fußgängern und Radlern.

Mehrfach wurde von der Verwaltung erläutert, wie die Radwegeverbindungen außerhalb des Kreisverkehrs etwa über Gemeindehaus- und Wilhelmstraße abgewickelt werden könnten, was die meisten Stadträte jedoch nicht so recht überzeugte.

Bemerkenswert war die Einstimmigkeit des Gemeinderats für den Förderantrag für das Paket Buchstraße/Glockekreisel.

Demgegenüber gab es bei der folgenden Abstimmung zum Förderantrag für das Projekt „Ums Stöckle“ zehn Gegenstimmen und vier Enthaltungen.

Parkplätze an der Weißensteiner Straße könnten wegfallen

Die neue Mobilitätsmanagerin Carmen Hölsch präsentierte eine erste Grundlage für ein Radwegekonzept. Als konkrete erste große Maßnahme soll die Weißensteiner Straße zugunsten des Verkehrsmittels Fahrrad umgestaltet werden. In diesem Zusammenhang ist angedacht, einen Großteil der Parkplätze entlang der Weißensteiner Straße für eine Verbesserung der Verkehrssicherheit zu opfern.

Rems Zeitung, 25.10.2018