Mietpreisbremse auf Fläche von TSB und uwe wird diskutiert

Rund 330 Wohnungen und Flächen für Gewerbe: Diese Pläne für das TSB-Areal und längerfristig auch für das Gelände der benachbarten Firma uwe stellte die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Birgit Pedoth, am Mittwoch dem Bauausschuss vor. Alle Fraktionen begrüßten die Planung im Grundsatz. Trotzdem sorgten Zusatzvorschläge von Stadträten für Diskussionen: Soll für ein Viertel der Wohnungen ein sozialer Mietpreis festgeschrieben werden? Und soll die Stadt selbst die Fläche des Turn- und Sportbundes kaufen und sich so Einflussmöglichkeit verschaffen?

Für Oststadt und TSB

OB Richard Arnold unterstrich die Bedeutung neuen Wohnraums für die Stadt und die Aufwertung für die Oststadt. Sportbürgermeister Dr. Joachim Bläse erinnerte daran, dass der große Sportverein TSB sich durch den Verkauf des Platzes konsolidieren und den Ausbau des Vereinszentrums im Laichle finanzieren möchte. Deshalb, so Arnold, braucht der Verein für die Verhandlung mit Bauinteressenten Klarheit, welche Bebauung dort möglich wäre. Vorgesehen ist, dass der Gemeinderat schon im Juni den Satzungsbeschluss über den Bebauungsplan „Am Universitätspark“ fasst und damit diese Klarheit schafft.

Birgit Pedoth legte die Dimensionen der Planung klar: Vorne an der Buchstraße Gebäude mit bis zu fünf, an einer Stelle sogar sechs Etagen, zur Werrenwiesenstraße hin niedriger. Auch wenn die Firma uwe noch nicht daran denkt, den Standort aufzugeben, sei im Einvernehmen mit dem Besitzer diese Fläche bereits in die Planung einbezogen worden, um eine einheitliche Struktur zu schaffen. Möglicherweise werde ein Teilbereich zeitnah freigegeben. Auf dem TSB-Areal könnten Investoren sehr rasch mit dem Bau beginnen. Keine Aussicht besteht bislang, dass die an der Buchstraße liegende TSB-Gaststätte zeitnah freigegeben wird. Auf dieser Fläche soll ein Kreisel entstehen.

Das Gelände biete sich an für eine dichtere Bebauung, meinte CDU-Stadtrat Christof Preiß. Für Stellplätze und Tiefgaragen gebe es ausreichend Platz. Die Verwaltung solle darauf achten, dass die Pflanzgebote eingehalten werden.

SPD-Sprecher Konrad Sorg brachte den Vorschlag ein, für ein Viertel der entstehenden Mietwohnungen soziale Mieten vorzuschreiben. Das würde er nicht empfehlen, entgegnete Baubürgermeister Julius Mihm. Eine solche Sozialklausel hätte Einfluss auf den Verkaufspreis, den der TSB erzielen kann. Als „tolle innerstädtische Verdichtung“ wertete Karl Miller (Grüne) die Planung. Er schlug vor, Investoren für nachhaltige Bauweise Zugeständnisse in anderen Bereichen, zum Beispiel der Gebäudehöhe, zu machen.

Gebäudehöhe in Ordnung?

Ullrich Dombrowski (Bürgerliste) stellte die Frage, ob die vorgesehene Gebäudehöhe auch dann noch ins Umfeld passt, wenn das uwe-Gebäude mal nicht mehr da ist. Und er stellte die Idee in den Raum, dass die Stadt selbst den TSB-Platz kauft und damit Einfluss zum Beispiel auf die Miethöhe hätte. Insgesamt eine runde Sache, lobte Dr. Constance Schwarzkopf-Streit (FWF) die Planung. Ihre Frage, ob die vorgesehene Dachbegrünung Fotovoltaik verhindere, verneinte Birgit Pedoth. Sebastian Fritz signalisierte die Zustimmung der Linke-Fraktion. Doch unterstützte auch er den Vorschlag der SPD, eine Sozialquote für die Mieten vorzuschreiben. SPD-Fraktionsvorsitzende Sigrid Heusel erinnerte daran, dass der Wohnungsmarkt in der Stadt immer schwieriger werde.

Der Sprecher des Oststadt-Forums, Reinhard Nessel, regte an, den Kreisel weiter nach Norden zu verschieben. So könnte er mit der Sanierung der Buchstraße gebaut werden, ohne dass man darauf warten muss, dass die TSB-Gaststätte frei wird. Dies lehnte die Verwaltung jedoch ab. Der Kreisel soll Schwerverkehr aus der inneren Buchstraße raushalten.

© Gmünder Tagespost 13.03.2019 19:40