Mehrheit für Kreisel zeichnet sich ab

Im Gemeinderat gibt es eine Mehrheit für den Kreisverkehr an der bisherigen Baldungkreuzung. CDU, Grüne, FW/FDP und Linke sprechen sich in der Vorberatung im Bau- und Umweltausschuss dafür aus. Die SPD lehnt strikt ab, die Fraktion FW Frauen sieht das unterschiedlich.

KUNO STAUDENMAIER

So bald der Tunnel fertig ist, soll der Baldungkreisel gebaut werden.

Schwäbisch Gmünd. Seit der vorherigen Beratung im Juli wurde noch einmal über Sicherheit, Verkehr und Kosten gebrütet. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse erinnerte an Veränderungen, die Rechtsabbiegemöglichkeit aus der Schmiedgasse, den U-Turn in der Remsstraße. Aktuell belaufen sich die Mehrkosten für einen Kreisel auf 142 000 Euro. Bürgermeister Julius Mihm schätzt am Kreisverkehr „das gestalterisch viel größere Potenzial“. Alle Fragen, auch die der Sicherheit, seien abgearbeitet.

Die Fraktionsmeinungen tendieren mehrheitlich zum Kreisverkehr. Celestino Piazza (CDU) sieht auch beim Verkehrsfluss Vorteile für den Kreisel. Man müsse das in Zusammenhang mit dem ganzen Verkehrskonzept sehen, das Bausteine wie Sebaldstraße, Uferstraße und Robert-von-Ostertag-Straße mit einbezieht. Neben der schöneren Optik spreche auch die Aufwertung der Schmiedgassen für den Kreisverkehr. Wirkliche Mehrkosten entstünden durch den Kreisel nicht. Die verbleibenden 142 000 Euro müsse man gegenrechnen mit den Unterhaltskosten der Ampelkreuzung, die in 25 Betriebsjahren sicher 150 000 Euro kosten werde. Dann sei sie verbraucht, müsse für vielleicht 180 000 Euro neu installiert werden.

Zum gegenteiligen Urteil kommt Konrad Sorg (SPD). Man entscheide hier trotz großer Bedenken von Regierungspräsidium Polizei, Stadtbusunternehmen und Verkehrsplanern. Offen sei auch, ob durch eine vielleicht nötige Ampel an der Bürgerstraße zusätzliche Kosten entstehen. Eine von Sorg angesprochene Böschungsmauer nördlich des Kreisels ist nach Einschätzung des Landesgartenschau-Geschäftsführers Karl-Eugen Ebertshäuser weniger störend als befürchtet: Keine Betonwand, sondern eine vom Straßenniveau ansteigende Mauer aus Natursteinen, die nur an ihrem höchsten Punkt an die zwei Meter reiche.

Die städtebauliche Verbesserung, die Verkehrsberuhigung in der Hinteren Schmiedgasse und die unterm Strich nicht teurere Lösung sprechen nach Worten von Karl Miller (Grüne) für den Kreisverkehr Baldungkreuzung. Kritik gab es für die späte Bürgerbeteiligung, ein Lob, dass sie aber fundiert und informativ war. „Froh, dass bald eine Entscheidung fällt“, ist Ullrich Dombrowski (FW/FDP). Jede Lösung sei ein Kompromiss, der Kreisel sei aber insgesamt die bessere Entscheidung, weil damit auch der Verkehr aus Bettringen kommend besser abfließen könne. „Sicher ist der Kreisverkehr 60 Prozent am Tag im Vorteil, wenn weniger Verkehr fließt“, so Dombrowski. „Die Skepsis bleibt“, sagt Karin Rauscher (FW Frauen). Die Sicherheitsfrage sei nicht genug zur Geltung gekommen, vor allem durch Spurwechsel könne es häufig zu Unfällen kommen. Sebastian Fritz (Linke) hält den Kreisel gegenüber einer Ampelkreuzung für vorteilhafter, nur die Öffentlichkeit hätte man früher einbinden müssen.

Sigrid Heusel (SPD) vermisst weitere Unterlagen über die Erkenntnisse, die seit der Beratung im Sommer gewonnen wurden. Die sind nach Worten Bläses aber in die aktuellen Sitzungspapiere eingeflossen. Heusel sieht außerdem ungelöste Probleme beim Kreisel, darunter die Frage, wie man das Rechtsabbiegen aus der Schmiedgasse überwacht, ob diese Verkehrsführung tageszeitlich begrenzt wird. Letzteres ist aber nach Worten von Bürgermeister Bläse nicht der Fall.

© Gmünder Tagespost 06.02.2013