Mehrheit für die Mozartschule

30. Januar 2014  Gemeinderat, Presse, Redaktion

petermueller-300x2811Die Mozartschule in Hussenhofen soll Gemeinschaftsschule werden. Diese Entscheidung, die sich in der Vorberatung bereits abgezeichnet hatte, traf der Gemeinderat am Mittwoch. Die innerstädtische Rauchbeinschule, die ebenfalls noch als möglicher Standort im Gespräch war, soll sich als Werkrealschule in Kooperation mit der Schiller-Realschule weiterentwickeln.Wolfgang Fischer

Die Mozartschule in Hussenhofen soll zur Gemeinschaftsschule werden. Ihr traut der Gemeinderat zu, mehr Schüler anzuziehen als die Rauchbeinschule in der Innenstadt.

Schwäbisch Gmünd. 26 Stadträte stimmten für die Mozartschule als Gemeinschaftsschule, 19 dagegen, zwei enthielten sich der Stimme. Dieser Abstimmung war eine Debatte vorausgegangen, in der die Teilnehmer nochmals eindrücklich die Pro- und Contra-Argumente darlegten. Die Kollegien sowohl der Mozart- als auch der Rauchbeischule wären in der Lage, die neue Schulform umzusetzen, diese Überzeugung unterstrich Bürgermeister Dr. Joachim Bläse nochmals. Die Verwaltung habe die Mozartschule vorgeschlagen, weil sie sich von deren Standort in Hussenhofen eine größere Anziehungskraft auch auf Schüler aus der Umgebung erhofft.

So begründete auch Celestino Piazza das Abstimmungsverhalten der CDU-Fraktion. Die Rauchbeinschule ziehe ihre Schüler eigentlich nur aus der Kernstadt und dem Hardt. Würde sie zur Gemeinschaftsschule, wäre sie seiner Meinung nach eine große Konkurrenz für die Schiller-Realschule und könnte unter Umständen sogar die Gemeinschaftsschule an der Friedensschule gefährden.

Die SPD votierte für die Rauchbeinschule. Die habe das deutlich größere Einzugsgebiet, argumentierte Fraktionsvorsitzende Sigrid Heusel. Die bauliche Ertüchtigung der Mozartschule für diese neue Aufgabe würde die Stadt über eine Million Euro mehr kosten als bei der Rauchbeinschule. Heusel kritisierte, dass das Staatliche Schulamt in dieser Frage zwei unterschiedliche Stellungnahmen abgegeben habe. Die SPD war aber nicht einer Meinung: Hans-Jürgen Westhauser sprach sich generell gegen Gemeinschaftsschulen aus und gab den Realschulen mehr Chancen.

Auch die Mitglieder der Grünen-Fraktion stimmten unterschiedlich ab. Susanne Lutz als Befürworterin der Rauchbeinschule argumentierte, eine Gemeinschaftsschule gehöre ins Stadtzentrum, zumal man auch immer mehr Bürger in die Innenstadt ziehen wolle. Die Perspektiven in früher Bildung und Kooperation, die die Stadt für die Rauchbeinschule darlege, seien nicht realistisch. Ullrich Dombrowski (FW/FDP) kritisierte, dass das Land die Stadt bei dieser Entscheidung im Regen stehen lasse, weil es die Entwicklung der Schullandschaft nicht klarlege. Auf jeden Fall müsse Gmünd Schüler, die man an Waldstetten und Mutlangen verloren habe, zurückgewinnen. Das geht seine Ansicht nach am ehesten mit der Mozartschule. Seine Fraktionskollegin Heidi Preibisch dagegen stimmte für die Rauchbeinschule. In der Innenstadt wohnten die Kinder, die die Gemeinschaftsschule brauchen.

FWF-Sprecherin Karin Rauscher sah die erwarteten Schülerströme als entscheidendes Kriterium. Und das spreche für die Mozartschule in Hussenhofen. Die Rauchbeinschule würde unter Umständen der Friedensschule Konkurrenz machen.

Für die Mozartschule sprach sich auch Linke-Stadtrat Peter Müller aus. Die Weiterentwicklung der innerstädtischen Schulen werde ohnehin ein Thema für den Gemeinderat bleiben.

© Gmünder Tagespost 29.01.2014