Mehrheit des Gemeinderats für den Turbo-​Kreisel

21. Februar 2013  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Nach rund eineinhalbjähriger Erörterung fiel nun Mittwoch im Gemeinderat mehrheitlich die endgültige Entscheidung für die zukünftige Gestaltung des Verkehrsknotens Baldungskreuzung sowie für das neue Verkehrskonzept für die nordwestliche Altstadt.

Demnach wird nun im Zuge der fertigstellung des Gmünder Einhorn-​Tunnels auf der bislang mit Ampeln ausgestatteten Baldungkreuzung ein sogenannter Turbokreisverkehr eingerichtet. Ein Ausfahren aus der Innenstadt über die Vordere Schmiedgasse wird für den Individualverkehr nur noch für Rechtsabbieger möglich sein.

Noch nie sei über eine Kreuzung so intensiv nachgedacht und diskutiert worden, so stellte CDU–Fraktionssprecher Celestino Piazza fest. Doch dies habe sich seiner Überzeugung nach gelohnt, weil nun die beste Lösung gefunden worden sei. Der Kreisverkehr statt einer Ampel habe viele städtebauliche und funktionelle Vorteile, für die es sich lohne, die Mehrkosten in Höhe von 141 000 Euro in Kauf zu nehmen. Er dankte den vielen Gutachtern, vor allem aber dem Agenda-​Arbeitskreis Mobilität und Verkehr für die Mitwirkung an Planung und Entscheidungsfindung. Die Agenda sei die Bürgerschaft, deren Sach– und Ortskunde „für uns ein ganz wichtiges Gut ist“. Ganz anders die Bewertung von SPD–Vorsitzende Sigrid Heusel. Sie verwies auf die Unterschriftensammlung mit 1000 Protestunterschriften von besorgten Bürgern gegen dieses Verkehrskonzept, dies auch im Zusammenhang mit den Bedenken des Handels– und Gewerbevereins, dazu die Warnungen seitens der Polizei und der Busunternehmer. Ganz besonders bedauerlich sei in diesem Verfahren gewesen, dass die Stadtverwaltung wichtige Stellungnahmen erst auf Drängen der SPD auf den Beratungstisch gelegt habe. Diese Vorgänge seien völlig inakzeptabel. Die SPD befürchte Nachteile und Gefährdungen durch die Kreisel-​Lösung.

„Was ganz Spannendes“ sei diese Angelegenheit, weil viele unterschiedliche Interessen zusammengeführt werden mussten, meinte Stadtrat Elmar Hägele (Bündnis90/​Die Grünen). Er plädierte für den Kreisel, weil der klare Vorteile aufzeige. Ähnlich auch die Position bei der FW/​FDP-​Fraktion, gespalten aber bei FWF.

Die Linke hatte sich eigens bei einem Themenabend mit den Fragestellungen befasst. Ergebnis: Für den Kreisverkehr. Stadtrat Konrad von Streit (SPD) legte dar, dass er mit persönlicher Überzeugung gegen die Meinung seiner Fraktion stimmen werde.

Rems Zeitung – Mittwoch, 20. Februar 2013