Mehr vom Steuertopf

Ein vielfältiges Bauplatzangebot soll der Stadt helfen, die Einwohnerzahl zu halten oder zu steigern. Ein Grund für die Verwaltung, die Erweiterung des Wohngebiets Vogelhof voranzubringen. Es geht um acht Bauplätze mit Aussicht auf Schwäbisch Gmünd und das Remstal. Der Gemeinderat stimmte für die Aufstellung des Bebauungsplans.

KUNO STAUDENMAIER

Schwäbisch Gmünd. Stadtrat Elmar Hägele (Grüne) hatte zuvor beantragt, den Punkt lediglich als Information zu behandeln, nicht über den Einstieg in die Planung abzustimmen. Der Gemeinderat solle zunächst eine Ortsbesichtigung unternehmen. Das lehnte eine Mehrheit ab.

Bürgermeister Dr. Joachim Bläse erläuterte noch einmal, weshalb die Stadt auch so kleine Gebiete erschließen möchte. Das sei „eine Gesamtstrategie, um die Attraktivität Schwäbisch Gmünds zu unterstreichen“. Die Stadt möchte alle möglichen Wohnplätze anbieten, um den unterschiedlichen Interessen der Bauplatzinteressenten gerecht zu werden. Im Gmünder Westen spreche man vor allem Menschen aus dem unteren Remstal und Stuttgart an. Nur wenn man alle Möglichkeiten ausschöpfe, könne man die Einwohnerzahl stabil halten oder steigern. Das sei auch wegen der Einkommensteueranteile wichtig. Umliegende Städte wie Schorndorf oder Gemeinden wie Mutlangen schneiden bei dieser Steuer besser ab.

Im Gemeinderat gibt es unterschiedliche Standpunkte. Celestino Piazza (CDU) will „solche attraktive Flächen für Schwäbisch Gmünd“. Bedingung sei nur, dass auf eine darüber hinaus gehende räumliche Annäherung an Wustenriet verzichtet werde. Stadt und Stadtteil sollen nicht zusammenwachsen. Auch Konrad Sorg (SPD) hält das Vorhaben für eine gute Idee, „so lange das kein Einstieg in eine großflächige Bebauung ist“.

Der von Joachim Bläse angeführten Gesamtstrategie könne man beipflichten, meinte Karl Miller (Grüne), nur bei den Schwerpunkten sei man sich nicht einig. Er wünsche sich einen deutlicheren Entwicklungsschwerpunkt in der Innenstadt. Ullrich Dombrowski (FW/FDP) sprach sich für den Plan aus, „aber vielleicht reichen Wohngebiete allein nicht aus, um Neubürger zu gewinnen. Da brauchen wir eher ein Konzept“. Man sei schlecht beraten, sich an der Flächenzersiedelung Mutlangens zu orientieren, gab Sebastian Fritz (Linke) zu bedenken und befürwortete die Ansicht der Grünen. Er habe „weder gesagt, dass ich in Mutlangen wohnen möchte oder dass ich das dort schön finde“, konterte Joachim Bläse. Mutlangen sei nur Beispiel für die höheren Einkommensteueranteile einer Kommune gewesen. Bei zehn Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde die Aufstellung des Bebauungsplan „Wohnen am Vogelhof“ beschlossen.

© Gmünder Tagespost 20.03.2013