Mehr Flächen für Wind und Sonne in Gmünd nötig

OB Arnold  stimmt Bürger auf Photovoltaik und Rotoren ein. Änderungen des Flächennutzungsplans genehmigt.

Schwäbisch Gmünd. Der Bau eines Backhauses  im Süden von Straßdorf,  der Bau des neuen Schönblick-Pflegeheims auf dem Rehnenhof und wie Wohnbebauung Waldau-Wasen:   Der Ausschuss für die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft mit Waldstetten hat am Mittwoch zugestimmt, dass für alle drei Projekte der Flächennutzungsplan  geändert werden soll. 

“Wir müssen immer im Blick behalten, dass die Flächen endlich sind”, sagte Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold  einleitend.  Den Bürgern müsse aber auch klar sein, dass  mehr Flächen als bisher für Windkraft und Photovoltaik nötig seien. “Anders ist die Energiewende nicht zu stemmen”, sagte Arnold.  Das sei auch notwendig, um die Wirtschaft und damit letztlich den Wohlstand  im Gmünder Raum zu sichern. “Raum” deshalb, weil  auch die anderen Gemeinden  aufgerufen seien,  sich gemeinsam dieser Aufgabe zu stellen.  So erreiche man mehr.

Als Begründung dafür, dass Gmünd immer wieder neue Flächen für den Wohnungsbau braucht, sagte Arnold, dass die Stadt derzeit schon über 800 Ukraine-Flüchtlinge aufgenommen habe – mehr als doppelt so viel wie die Städte vergleichbarer Größe  im weiteren Umland.

Über 800 Flüchtlinge

Dem Antrag, das Gewerbegebiet Straßdorf-Süd zu erweitern und dort den Bau einer Backhauses zu ermöglichen, stimmte der Ausschuss mit Aunahme des Linke-Stadtrats Sebastian Fritz zu. Der Leiter des Stadtplanungsamts, Gerhard Hackner, erläuterte, dass  das Gebiet zwischen dem jetzigen Gewerbegebiet und der Landesstraße nach Rechberg umfassend begrünt werden soll,  auch Dachbegrünung werde vorgeschrieben. Die Gebäudehöhen würden sich an den Höhen im bisherigen Gewerbegebiet orientieren.  In diesem Zusammenhang soll  auch ein Kreisverkehr auf der Landesstraße gebaut werden. 

Ein in Gmünd ebenfalls kontrovers diskutiertes  Vorhaben ist auch  das Pflegeheim mit Demenzabteilung und barrierefreien Wohnungen, das  der Schönblick  auf einer Waldfläche an der Willy-Schenk-Straße bauen möchte. Es soll Ersatz werden für das bisherige Heim des Schönblick, das nicht mehr den Anforderungen entspricht.  Gerhard Hackner betonte, dass die Oberste Forstbehörde zugestimmt hat, dass hier Waldfläche überbaut wird. Auf Nachfrage von Johannes Zengerle (SPD) sagte Hackner, dass noch keine Nachnutzung für  den Standort des bisherigen Heims in Sicht sei. 

Manche schließen

OB Arnold begrüßte das Vorhaben des Schönblick, denn Pflegeplätze  in Gmünd seien jetzt schon knapp. Aufgrund der verschärften Vorgaben hätten sich manche Heimbetreiber im Stadtgebiet  entschlossen, ihre Häuser zu schließen.  Man müsse auch das Wohl der Pflegebedürftigen im Blick haben, der Schönblick habe auch alternative Standorte geprüft.  Pflegeplätze seien wichtig, aber der Wald dürfe auf keinen Fall überbaut werden, so begründete Sebastian Fritz (Linke) sein Votum gegen das Vorhaben. Alternativ-Standorte seien durchaus möglich gewesen, zum Beispiel in der Wetzgauer Ortsmitte.  Dieses Argument bezeichnete OB Arnold als “Nebelkerze”, denn  die möglichen Standorte in der Wetzgauer Mitte seien nicht im Besitz des Schönblick, das vorgesehene Grundstück aber schon. Auch Alfred Baumhauer (CDU) meinte, der Schönblick habe alle Möglichkeiten geprüft.  Bei den Gegenstimmen von Grüne- und Linke-Stadträten  sowie einer Enthaltung (SPD) wurde  der Antrag angenommen.

Einstimmig befürwortet wurde das Vorhaben, auf dem Gelände Waldau-Wasen Wohnhäuser zu bauen.  Vorgesehen seien seien Einfamilien- und Doppelhäuser sowie  zwei Mehrfamilienhäuser, sagte Gerhard Hackner. Geplant sei  ausdrücklich, dort auch kostengünstigen Wohnraum zu schaffen. 

Waldstettens Bürgermeister Michel Rembold drängte darauf, neben den Änderungsverfahren und das Verfahren für den neuen Flächennutzungsplan voranzutreiben.  Gleichzeitig sagte er, dass die Gespräche über neue Standorte für die Windkraftnutzung noch nicht zu Ende seien.  Gerhard Hackner sagte, dass das Verfahren für den neuen Flächennutzungsplan schon weit fortgeschritten ist. Wenn alles gut läuft, könnte der neue Plan im Herbst 2023 zum Beschluss vorliegen. 

Copyright Gmünder Tagespost, 02.06.2022 Wolfgang Fischer