Linksjugend Ostalb schlägt Stadt Edward-Snowden-Platz vor

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Linksjugend Ostalb

Die Linksjugend Ostalb fordert, dass die Stadtverwaltung und die Ratsfraktionen die bisher den Verwaltungsvorschlag zur Beibehaltung der Straßennamen unterstützen, endlich anerkennen, dass allein schon aus Achtung vor den unzähligen Opfern der Nazi-Diktatur, wir die Namen Hindenburg, Bullinger oder Konrad nicht in einer ehrenden, positiv besetzten Erinnerung behalten und darum auch nicht zu Straßennamen weiter erheben können. Die Städte Berlin, Görlitz, Frankfurt, Münster, Nürnberg und Stuttgart haben es schon vorgemacht und vor Jahren ihren Hindenburgplatz umbenannt. Schon Paulus von Tarsus schrieb im Neuen Testament (Römer 13,7): Ehre, dem die Ehre gebührt. Erst vor kurzem, am 21.Juni 2015 wurde Edward Snowden 32 Jahre alt. Der amerikanische Whistleblower, der mit seinen Enthüllungen über das Ausmaß der weltweiten Überwachung durch US-Geheimdienste Geschichte schrieb und derzeit im russischen Exil lebt, hätte diese Ehre wahrlich verdient. Deshalb fordert die Linksjugend Ostalb eine Änderung des Hindenburgplatzes in Edward-Snowden-Platz! „Edward Snowden, Gallionsfigur aller Whistleblower weltweit, hat viel riskiert. Ohne Rücksicht auf seine eigene Person brachte er schwerwiegende Wahrheiten ans Licht und bezahlte damit mit dem schlagartigen Ende seines bisherigen Lebens in Wohlstand und Sicherheit. Heute muss er fern von Heimat und Familie leben. Wir brauchen in unserer Gesellschaft mehr Leute, die ihrem Gewissen folgen und nicht nur opportunistisch, wie die Herrschaften aus der Nazi-Zeit, agieren. Deshalb sollte Gmünd ein Zeichen setzen und diesen Platz in Edward-Snowden-Platz umbenennen“, so Sprecher Alexander Relea-Linder.

Weiter fordert die Linksjugend, dass der Prozess zur Findung einer angemessenen Erinnerungskultur transparent und objektiv verlaufen muss. Auch der Jugendgemeinderat darf nicht für diesen wichtigen Prozess von der Stadtverwaltung instrumentalisiert werden. Diese Problematik ist nun schon wiederholt aufgetreten, zuletzt beim Thema Sommerrodelbahn. Wir können daher nur an die Stadtverwaltung appellieren, dass auch Jugendliche ernst genommen werden müssen und die Chance weiterhin bestehen muss, dass auch die Jugendgemeinderäte die Argumente, welche für eine Umbenennung der Nazi-Straßennamen sprechen, hören müssen. Eine achtseitige Vorlage, die erstens nicht alle Jugendgemeinderäte erreichte und zweitens lediglich vier Artikel beinhaltete, welche ausschließlich die Positionen für die Beibehaltung der Straßennamen vertrat, kann nicht zu einem objektiven Meinungsfindungsprozess beitragen.