Linke wirft Stadt „Schnellschuss“ vor

22. April 2011  Presse, Redaktion

Stadträte kritisieren Pläne für Forschungszentrum auf dem Güterbahnhof – Stadt „verwundert“ über diese Kritik

Die beiden Stadträte der Linken kritisieren die Überlegungen der Verwaltung, dem EULE-Projekt am Güterbahnhof „den Vorzug vor einer sinnvollen jugendgerechten Nutzung zu geben“. Die geplante Nutzung sei ein „Schnellschuss“. Die Stadtverwaltung dagegen betont, dass sowohl das EULE-Projekt als auch der Stadtjugendring am Güterbahnhof unterkommen.

MICHAEL LÄNGE

Schwäbisch Gmünd. Beim Güterbahnhofgelände wird zurzeit die Umgestaltung geplant. Sicher ist, dass dort ein Jugend- und Freizeitpark eingerichtet werden soll. Dies sehen die Linken positiv. „Die Jugendlichen haben bereits mehrfach das bestehende Angebot an Spiel- und Sportmöglichkeiten in der Stadt bemängelt und daher wird es höchste Zeit, hier etwas anzubieten“, sagt Linke-Stadtrat Sebastian Fritz. Positiv sehen er und Stadtratskollege Peter Müller auch das „gewählte Verfahren, mit den Jugendlichen das Angebot gemeinsam zu beraten und die verschiedenen Spiel- und Sportgeräte festzulegen“. Bitter allerdings stoße ihnen der Umgang mit dem Stadtjugendring (SJR) auf, sagen Fritz und Müller. Die Verwaltung habe vor längerer Zeit den SJR um die Erstellung eines Konzeptes gebeten. Dieser habe gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden ein solches erstellt und im Sozialausschuss zur Information vorgelegt. Seither habe sich die Verwaltung beim SJR nicht mehr gemeldet und nun die Idee präsentiert, in den Räumlichkeiten am Güterbahnhof EULE unterzubringen präsentiert. „Wir halten es nach wie vor für unverzichtbar, den Jugendlichen dort auch die Möglichkeit einer Anlaufstelle anzubieten“, sagt Fritz. Die Verwaltung sei gut beraten, hier keine vollendete Tatsachen zu schaffen.

Die Stadtverwaltung ist über diese Kritik der Linken „verwundert“. Denn Vertreter der Wirtschaft, der Bildungsträger, des Landes, der Schulen, der EU und des Gemeinderates hätten diesen Standort begrüßt, sagt Stadtsprecher Helmut Ott auf GT-Anfrage. Für das Forschungs- und Qualifizierungszentrum war zunächst ein Gebäude im Unipark vorgesehen. Dessen Sanierung wäre jedoch teurer geworden. Auf dem Güterbahnhof entsteht das Zentrum neben dem Jugendpark in zwei bestehenden Gebäuden, dem früheren Güterbahnhof und einem Schuppen, der bislang als Bücherflohmarkt genutzt wurde. Die beiden Gebäude werden verbunden. Exakt in diesem Gebäude sei zudem die von den Linken vorgesehene Anlaufstelle des Stadtjugendrings vorgesehen. Deshalb weist Ott die Kritik des „Schnellschusses“ zurück.

© Gmünder Tagespost 20.04.2011