Linke will Solidarität mit Flüchtlingen

10. Oktober 2012  Ortsvorstand, Presse, Redaktion

Der Ortsvorstand der Linken Schwäbisch Gmünd reagierte bei seiner jüngsten Sitzung „entsetzt“ auf die Berichte über den Zustand der Flüchtlingsunterkunft auf dem Hardt. Verlangt wird ein sofortiges Handeln der verantwortlichen Personen.

Schwäbisch Gmünd. Die jüngsten Berichte und persönlichen Gespräche, die Mitglieder des Ortsvorstandes mit Bewohnern auf dem Hardt geführt haben, verursachten Kopfschütteln und Zweifel an den Ankündigungen der Zuständigen. „Wir können die Reaktion von einigen Bewohnern, sich vor dem Rathaus nieder zu lassen, sehr gut verstehen,“ erklärt der Vorsitzende Volker Wamsler.Neben den katastrophalen Bedingungen in der Sammelunterkunft sei den Bewohnern vor allen Dingen das Verfahren gegen den jüngst abgeschobenen Lamin K. aufgestoßen. Trotz laufenden Verfahrens und Zeugenaussagen, die die Unschuld des Beschuldigten belegten, sei dieser nach Gambia abgeschoben worden. „Wo leben wir eigentlich, wenn während einem laufenden Verfahren einfach die Abschiebung beschlossen wird? Die Menschen die hier nach Deutschland kommen, sind auf der Suche nach einer menschenwürdigen und nicht nach willkürlicher Behandlung“, erklärt dazu der Linken Stadtrat Sebastian Fritz. Da der Beschuldigte in einer Organisation im Heimatland engagiert sei, deren Mitglieder um ihr Leben fürchten müssten, sei auch er in Gefahr.

Auch wies die Linke darauf hin, dass „in einigen Kommunen in Baden Württemberg die Genehmigung für die Aufnahme von Arbeit schon sehr großzügig erteilt wird. Warum nicht auch im Ostalbkreis“, fragt Stadtrat Peter Müller. Aber auch die Forderung der Bewohner nach einem unentgeltlichen Sprachkurs halten die Linken für eine sehr sinnvolle Maßnahme, erklärt die Vorsitzende Nicole Marter.

Der Ortsvorstand sei ganz bei Oberbürgermeister Richard Arnold, der im Zusammenhang mit der Staufersaga die Asylbewerber „als Gmünder“ miteinbezogen hat. Nun gelte es sich mit diesen Gmündern solidarisch zu erklären und schnellstmöglich für eine menschenwürdige Unterbringung zu sorgen. „Wir fordern eine Unterbringung von Flüchtlingen, insbesondere Familien, in dezentralen Wohnungen“, erklärt die Linke.

© Gmünder Tagespost 10.10.2012