Linke will „schlüssiges Konzept für B 298“

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Zwei- oder dreispurig? Die Mutlanger Straße steht im Blick des Interesses. Dort wird sie noch eine Weile bleiben. Foto: Laible

Verkehr Sebastian Fritz wirbt für Radfahrer als vollwertige Verkehrsteilnehmer.

Schwäbisch Gmünd. Die Fraktion der Linken in Gmünds Gemeinderat verfolgt „mit Sorge die Diskussion um die B298“. Sie fordert „die CDU auf, endlich ihre Scheuklappen abzulegen“, sagt Linke-Fraktionssprecher Sebastian Fritz. Aus Sicht der Fraktion brauche es „endlich ein schlüssiges Konzept für einen guten Radweg von und in den Gmünder Norden“. Auch müsse endlich mit dem Irrglauben aufgehört werden, das Thema Radfahrer lasse sich über teure touristische Feldwege erledigen. „Wir müssen den Radfahrer endlich als das behandeln, was er auch ist, nämlich ein vollwertiger Verkehrsteilnehmer, der im Idealfall den Berufsverkehr und das Klima entlastet“, sagt Fritz.

Dieser habe genauso ein Anrecht darauf, schnell von A nach B zu kommen wie alle anderen auch, sagt Stadträtin Cynthia Schneider. Fritz, der selbst täglich mit dem Rad zur Arbeit fährt, war im vergangenen Sommer Mitinitiator von einer Gruppe aus Stadträten, ADFC und Mitgliedern des Agenda-Arbeitskreises Mobilität und Verkehr, die die Idee mit den beiden Radwegen auf der B298 entwickelt haben. „Wir halten die Idee nach wie vor für eine gute Planungsgrundlage, denn wenn wir uns die Chance auf Umsetzung durch den Bund entgehen lassen, dann werden wir in absehbarer Zeit keine Radwegeverbindung für den Norden bekommen“, sagt Fritz.Außerdem betont die Fraktion, dass die Maßnahme keinen Rückbau darstelle, sondern vielmehr eine Neuaufteilung sei, die nach allem, was man von den Rettungsdiensten höre, sehr begrüßt werde. Aktuell komme es zu vielen gefährlichen Situationen im Begegnungsverkehr für die im Einsatz befindlichen Rettungsfahrzeuge, durch entgegen kommende Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit. „Eine Lösung mit zwei Radwegen hätte den Vorteil, dass endlich eine Rettungsgasse gebildet werden kann.“ Auch die Unfallstatistik belege, dass auf der unfallträchtigen Straße die häufigste Ursache überhöhte Geschwindigkeit sei. Dem Hauptargument gegen die angedachte Lösung, ein möglicher Stau von unten nach oben, widersprechen die Fraktionsmitglieder. „Aus unserer Sicht stellt die Ampel an der Abzweigung nach Mutlangen das einzige Staupotenzial dar, und diese Situation besteht bereits jetzt.“ Die Fraktion rät der CDU, sich mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Scheffold über das Thema zu unterhalten. Dieser habe kürzlich völlig zurecht öffentlich angemahnt, dass der Fehler aus den 50er-Jahren, die Radfahrer aus dem Straßennetz zu verbannen, wieder rückgängig gemacht werden müsse. Auch spreche die starke Zunahme der E-Bikes dafür, passende Infrastruktur bereit zu stellen. Die Fraktion geht davon aus, „dass die Planung weiterverfolgt wird und die noch offenen Fragen nach einer adäquaten Anbindung für den Radverkehr im unteren und oberen Bereich gelöst werden können“.

© Gmünder Tagespost 17.02.2017 22:18