Linke sieht Stellenabbau kritisch

25. Dezember 2018  Ortsvorstand, Presse, Redaktion

Im Ortsvorstand der Linken wurde die Gesundheitspolitik des Landkreises kritisch hinterfragt. Der Beschluss des Verwaltungsrats zum Stellenabbau von 70 bis 80 Vollzeitstellen bei Ärzten und Pflegekräften habe bei der Bevölkerung und den Beschäftigten Unverständnis und Besorgnis ausgelöst. „Während bundesweit versucht werde, mehr Klinikpersonal zu bekommen, indem Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten, Schichten usw. beschäftigten – und familienfreundlicher angeboten würden, streiche man bei diesen Stellen im Ostalbkreis“, so der Vorsitzende Alexander Relea-Linder. Mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz wird ab dem Jahr 2019 die Finanzierung aller zusätzlicher Stellen im Pflegebereich von den Krankenkassen refinanziert, ebenso die Ausbildungsvergütung in der Pflege im ersten Jahr. Damit soll der Personalengpass in der Pflege verringert werden – aber nicht so im Ostalbkreis?
Bei den Vorstandsmitgliedern der Linken kam die Frage auf, ob die Kliniken im Landkreis auf diese Finanzmittel für Personal verzichten werden – und welchen Sinn das bei der knappen Kassenlage machen sollte. Patienten und deren Angehörige, aber auch Beschäftigte der Kliniken würden für diesen Verzicht auf zusätzliche bezahlte Stellen kein Verständnis aufbringen. Dass gleichzeitig mit dem Stellenabbau jedoch eine Steigerung der Belegung und eine Weiterentwicklung des Medizinischen Angebots erreicht werden sollen, galt als schlicht unrealistisch – vielleicht der Glaube an ein scheinbar perfektes Produkt einer Unternehmensberatung?
„Sowohl aus eigenerer Erfahrung als auch aus Berichten von Patienten wissen wir doch, dass in den Kliniken Personalnot herrsche und Stellenstreichungen zu einer weiteren Verschärfung der Arbeitsbelastung für die Beschäftigten führen werden“, so Joachim Denke.
„Wie wollen die Verantwortlichen denn mehr Auszubildende werben und Beschäftigte im Beruf halten, wenn sich die Arbeitssituation nicht entspanne“, so Cynthia Schneider weiter.
Die Arbeitsüberlastung, oft gesundheitsschädigend, sei doch einer der wichtigsten Gründe für den Rückzug vieler Pflegekräfte aus dem Krankenhaus, so die Meinung im Vorstand der Linken. Der Ortsverband der Linken hält diese Politikfür falsch und werde sich weiterhin für mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und eine sichere Gesundheitsversorgung für Patienten einsetzen.