LINKE kritisiert Kretschmanns Lehrer-Streichungspläne: Sparen auf Kosten der Kleinsten und Schwächsten

23. Juli 2012  Redaktion

Zunehmender Unterrichtsausfall und die Streichung von Lehrerstellen gehen aus Sicht der Linken nicht zusammen. „So lange nicht einmal genügend Lehrkräfte für die Krankheits- und Schwangerschaftsvertretung vorhanden seien, ist eine Stellenstreichung absurd“, so Linken-Landessprecherin Sybille Stamm. Baden-Württemberg sei bundesweites Schlusslicht bei der Versorgung mit Vertretungslehrkräften. Notwendig sei eine Aufstockung der Lehrerreserve auf 5%.

Es zeichne sich ab, dass die Lehrerversorgung schon im nächsten Schuljahr schlechter werde als zu Zeiten der CDU-Regierung. Selbst die Gemeinschaftsschulen erhalten nach Berechnungen betroffener Schulleiter weniger Lehrerstunden als zuvor die Hauptschulen. Auch die Ganztagesschulen seien bundesweit am schlechtesten versorgt. Von einem Abbau des strukturellen Unterrichtsausfalls an beruflichen Schulen könne nicht die Rede sein.

Die Ankündigung von Ministerpräsident Kretschmann, in den nächsten Jahren 11.600 Lehrerstellen zu streichen, werde zu großen Grundschulklassen und einer Schließungswelle kleiner wohnortnaher Grundschulen führen, wie das im Moment schon für Hauptschulen absehbar sei. Dort hat das Kultusministerium im Mai angeordnet, die Bildung kleiner Klassen zu verhindern. „Die Landesregierung kürzt auf Kosten der Kleinsten und der sozial Schwächsten“, so Stamm. Hier zeige sich klar, dass eine starke Linke als soziales Gewissen fehle.