Linke fordert fairen Lohn für Kita-Leiter

IMG_0927Kinderbetreuung Die Gmünder Linke-Fraktion stellt einen Antrag auf Neuregelung der Bezahlung von leitenden Angestellten.

Schwäbisch Gmünd. Die Linke-Fraktion im Gmünder Gemeinderat fordert eine faire Bezahlung für Leiterinnen und Leiter von Kindertagesstätte (Kita) sowie deren Stellvertretern. Einen entsprechenden Antrag bei der Stadtverwaltung hat der Fraktionsvorsitzende Sebastian Fritz nun eingereicht.
Fritz kritisiert darin, dass Kita-Leiter zwar nach Tarifvertrag bezahlt werden, dieser aber finanzielle Nachteile für die leitenden Angestellten mit sich bringe. Und zwar dann, wenn es um die Betreuung von Gruppen mit Kindern unter drei Jahren (U3) gehe. Denn das Gehalt richte sich – anders als bei den Erzieherinnen und Erziehern – für Kita-Leiter nach der Anzahl der betreuten Kinder, erklärt Fritz. Werden in einer Gruppe für über Dreijährige (Ü3) bis zu 25 Kinder betreut, sind es in U3-Gruppen dagegen maximal zehn.

Genau hier liege das Problem, sagt Fritz und nennt ein Beispiel: „Wenn eine Kita bisher über vier Ü3-Gruppen verfügt hat und sich aufgrund des Bedarfs entscheidet, eine U3-Gruppe zu eröffnen, hat die Einrichtung zwar immer noch vier Gruppen, aber die Anzahl betreuter Kinder sinkt – und somit auch automatisch das Gehalt der Kita-Leiter.“ Das sei nicht in Ordnung, kritisiert Fritz. Schließlich leisten die Kita-Leiter einer U3-Gruppe nicht weniger Arbeit als die einer Ü3-Gruppe. Im Gegenteil. Der Aufwand steige eher, da für U3-Kinder mehr Vorschriften gelten.

Um diese tarifliche Rückstufung zu verhindern, schlägt die Linke-Fraktion einen neuen Betreuungsschlüssel für Kita-Leiter vor. Demnach sollte in U3-Gruppen in Schwäbisch Gmünd zukünftig jedes Kind doppelt gezählt werden – wohlwissend, „dass dies einen finanziellen Mehraufwand für die Stadtkasse bedeutet“, sagt Fritz.

Der Gemeinderat entscheidet
Gmünds Erster Bürgermeister Dr. Joachim Bläse zeigt auf GT-Nachfrage Verständnis für den Antrag der Linken – verweist aber zugleich darauf, dass die Stadt an den Tarifvertrag gebunden sei. Eine solche Änderung, wie von den Linken gefordert, wäre eine „Freiwilligkeitsleistung“ der Stadt und müsse vom Gemeinderat erst beschlossen werden, erklärt Bläse. Damit das städtische Gremium eine Entscheidung fällen kann, werde die Stadtverwaltung nun ausrechnen, welche Mehrkosten damit verbunden wären, erklärt Bläse den weiteren Vorgang.

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© Gmünder Tagespost 01.09.2017 17:26