Linke favorisiert Kombibad am Standort Schießtal

Der Ortsverband der Linken diskutierte auf einem Themenabend über die Pläne zum Neubau des Hallenbades. Der Fraktionsvorsitzende Sebastian Fritz stellte den Stand der Diskussion im Gemeinderat dar und ging dann auf das von der Stadtverwaltung favorisierte ÖPP-Bad am Nepperberg ein. Sowohl Landesrechnungshöfe als auch der Bund der Steuerzahler warnen vor dem Instrument der öffentlich-privaten Partnerschaften. Es gibt eine Vielzahl von Beispielen, wo diese gescheitert sind und die Kosten am Ende der Kommune auf die Füße gefallen sind. „Gerade vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltssituation in Schwäbisch Gmünd dürfen wir dieses Modell nicht wählen“, so der Fraktionsvorsitzende. Er begrüßte auch die kürzlich öffentlich geäußerte Einsicht der Jungen Union. Den Standort, das alte Stadtbad, den diese vorgeschlagen habe, halte die Linke-Fraktion zwar nicht für zielführend, aber die Argumente der Generationengerechtigkeit und der Risiken, die durch ÖPP für die jungen Generationen im Falle eines Scheiterns entstehen können, sei völlig richtig. Gerade eben habe man nochmals ein glückliches Ende bei dem Leasinggeschäft mit der Kläranlage erreicht und nun werde das nächste Abenteuer vorbereitet. Auch die bereits öffentlich bekannten Zahlen müssten aus Sicht der Fraktion aufhorchen lassen. So stehe ein jährlicher Zuschuss von 1,5 Mio. Euro im Raum, was bei einer ÖPP-üblichen Laufzeit von 30 Jahren 45 Mio. Euro bedeute. Wenn man bedenke, dass sich der Investor in aller Regel bei Nichterfüllung der Erwartungen eine Ausstiegsmöglichkeit offen lasse, dann sei dies schlicht unverantwortlich. Je nach Ausgestaltung des Bades sind weitere Zuschüsse durchaus im Rahmen des Möglichen. Das eigentliche Hauptproblem seien aber die Eintrittspreise. Meist sei der Schwimmbereich dank eines städtischen Zuschusses noch im „normalen“ Bereich, aber alles was darüber hinaus gehe, also Familienkarte, Sauna, Wellness usw. führe zu sehr hohen Eintrittspreisen. Dieses würde viele Bürgerinnen und Bürger in Zukunft von einem Besuch abhalten, so die Befürchtung der Linken.
Die Fraktion möchte dringend dafür werben, keine weiteren Beschlüsse in diese Richtung zu fassen, um ein solides kommunales Bad am Standort Schießtal nach dem Vorbild vom Oskar-Frech-Hallenbad in Schorndorf mit einer 50-Meter-Bahn vorzubereiten. Gerade das Beispiel von Schorndorf zeige, dass es sehr wohl möglich ist, ein kommunales Bad mit bezahlbaren Eintrittspreisen, einem guten, ausgewogenen Angebot mit überregionaler Anziehungskraft und einer Investitionssumme, die etwas über den Sanierungskosten des aktuellen Hallenbades liegen, zu erreichen. In der anschließenden Diskussion wurde noch kontrovers über die 50-Meter-Bahn diskutiert. Es wurde die Frage gestellt, ob die Kosten dafür noch im vertretbaren Bereich seien und ob sich der Schwimmverein daran beteiligen werde. Der Fraktionsvorsitzende verwies auf Zahlen, die ihm vorliegen, wonach eine 50- Meter-Bahn mit Hubboden, um die 8,5 Mio. Euro kosten würde. Aus Sicht der Fraktion sei dies damit zu rechtfertigen, dass dieses Multifunktionsbecken allen Schwimmern ein Angebot bieten würde. Durch die Abtrennmöglichkeiten könne sowohl den Nichtschwimmern, den angehenden Schwimmern, den Kursteilnehmern und den sportlichen Schwimmern ein gutes Angebot gemacht werden. Die Fraktion werde sich daher weiterhin mit aller Kraft für ein Familien- und Freizeitbad in kommunaler Hand einsetzen.