Linke erste im „Netz“

Neben dem Bericht der beiden Linken Stadträte aus dem Gemeinderat, ging es bei der Mitgliederversammlung der Linken hauptsächlich um die Kommunalwahlen im nächsten Jahr und um den neuen Auftritt des Ortsverbandes im sozialen Netzwerk Facebook.

Schwäbisch Gmünd. Die Vorsitzende der Linken Schwäbisch Gmünd, Cynthia Schneider, begrüßte zahlreiche Mitglieder und interessierte Gäste in der Gaststätte Neue Welt. Gleich zu Beginn ging es um die anstehende Kommunalwahl. Sebastian Fritz erläuterte die Formalien und warb darum, dass die Linke mit einer offenen Liste antritt. „Wir verstehen uns nicht als reine Parteipolitiker, sondern wir wollen uns bewusst auch für enttäuschte Parteimitglieder aus anderen Parteien, sowie parteiunabhängige Bürgerinnen und Bürger zeigen“, argumentierte Fritz. Cynthia Schneider gab unter Beifall als Ziel aus, Fraktionsstärke im Gmünder Gemeinderat zu erreichen.

Peter Yay-Müller die Herausforderung für die Linke im Gemeinderat wie folgt: „Der Schuldenberg der Stadt ist bereits zu Zeiten des Aufstiegs jedem Stadtrat bekannt gewesen. Der Gipfel wird 2014 / 2015 erreicht und nun muss in geordneter Weise Konsolidierung erfolgen. Hier machen wir uns als Linke große Sorgen, weil viele Stadträte nervös und hektisch werden. Ein Absturz in den sozialen Leistungen oder beim Personal ist ein großes Risiko, wir wollen uns mit der offenen Liste zur Kommunalwahl als Ordnungskräfte engagieren, um eines verantwortungsvollen Abstieg vom Schuldenberg zu ermöglichen. Das weitere Engagement im sozialen Bereich, eine bürgernahe Präsenz der Stadtverwaltung und der Schutz vor weiterem Druck aufs Personal stehen hierbei im Vordergrund.“

Sebastian Fritz ging in seinem Bericht auf die Diskussion um die Gmünder Schulentwicklung und die Einrichtung eines Ortschaftsrates für die Innenstadt ein. „So wie die Schulentwicklung in Schwäbisch Gmünd diskutiert wird, ist es kontraproduktiv“, findet Fritz. Wer das Bildungssystem für die Zukunft fit machen möchte, müsse endlich aufhören an der Vielgliedrigkeit festzuhalten. Die Realschulen seien aufgrund ihrer heterogenen Schülerschaft ideal für Gemeinschaftsschulen geeignet und sollten sich endlich auf diesen Weg machen und dabei die vorhandenen Erfahrungen der Werkrealschulen zu nutzen. Damit würde man endlich der veränderten Schülerschaft aus Sicht der Linken gerecht werden.

Für die Einrichtung eines Ortschaftsrates in der Innenstadt werden sich die beiden Stadträte stark machen. „Es sei nicht vermittelbar, warum die Stadtteile dies zugebilligt bekommen und die Innenstadt, in der immerhin fast 40 Prozent der Bürger leben, nicht“, sagte Fritz. Seit Jahren werde in den Stadtteilen eine gute Interessensvertretung praktiziert und die Bewohner der Innenstadt müssen sich auf den guten Willen der Verwaltung nach Mitsprache wie zum Beispiel bei den Quartiersgesprächen im Zusammenhang mit der Diskussion um das Gmünder Verkehrskonzept verlassen. Dies sei mit dem Verständnis von Bürgernähe und der Politik des „Gehört werdens“ aus Sicht der Linken nicht vereinbar.

Im Anschluss gaben die beiden Ortsvorsitzende Jennifer Jones und Cynthia Schneider bekannt, dass die Linken nun zusätzlich in Facebook vertreten sind. „Wir freuen uns nun, dass wir als erste der Gmünder Parteien und Jugendorganisationen im sozialen Netzwerk sind.“

© Gmünder Tagespost 09.12.2013