Leserbrief von Joachim Denke

30. Dezember 2019  Ortsvorstand, Presse, Redaktion

Wenn man derzeit die Leserbriefspalte zum Thema Flüchtlinge gespickt mit Bibelzitaten studiert, sollte man meinen, dass sich die Dunkelheit von draußen, offensichtlich auch in vielen Köpfe breitgemacht hat. Gut, dass mit der Wintersonnwende und der Geburt vom Jesuskind wieder Licht einkehrt, meteorologisch wie geistig.

Das Kind aus Bethlehem ist auch Symbol dafür, dass Kinder sowohl das schwächste Glied, wie auch die Zukunft einer Gesellschaft sind. Es muss für uns deshalb oberstes humanes Gebot sein, die Flüchtlingskinder aus den überfüllten und verdreckten Lagern in Griechenland zu holen und ihnen bei uns eine Bleibe zu geben. Da ist es gut, dass der Gemeinderat mit seiner „ Gmünder Erklärung „ die richtigen Akzente setzt.

Aber mit christlicher Nächstenliebe und Einmalaktionen allein, lösen wir das Problem nicht. Vielmehr gilt es, die auch von uns zu verantwortendenFluchtursachen, wie Krieg, Hungersnot, wirtschaftliche Perspektivlosigkeit und vermehrt Umweltkatastrophen zu beseitigen. Folgen einer ausbeuterischen imperialistischen Hegemonie- undWirtschafts-politik, bei welcher der Profit aus menschlicher Arbeit und dem Raubbau an der Natur nur Wenigen zur
Gute kommt, die Folgen wie zum Beispiel die Flüchtlingswelle oder Umweltkrisen aber alle zu tragen und zu bezahlen haben.

Vielmehr müssen wir die Art und Weise der Produktion und der gesellschaftlichen Verteilung neu überdenken, so dass jeder daran partizipiert und damit nachhaltige Bedingungen geschaffen werden, in denen Menschen perspektivisch leben können und nicht gezwungen werden, selbst unter Einsatz ihres Lebens,ihre Heimat zu verlassen. Ich weiß, dass ist nicht leicht. Aber Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken zu lassen oder unerwünschte Menschen in Lagern zu halten, kann auch nicht die Lösung sein, die hatten wir schon mal. Ergebnis bekannt.