Leserbrief Joachim Denke

Bildschirmfoto 2015-10-30 um 08.41.57Der Gmünder Grüngürtel im Norden der Stadt weckt schon länger die Begehrlichkeit von OB Arnold. Es scheint, als ob jeder, der nur eine Idee hat, wie man in dieses noch zusammenhängende grüne Kleinod eingreifen kann, im Rathaus offene Türen findet.

Wer jetzt glaubt, dass der Gmünder Gemeinderat diesem Treiben entgegensteht, sieht sich leider enttäuscht. Statt seiner Kontrollaufgabe gerecht zu werden und solche Projekt wie Wohnbebauung Nepperbergweg oder St. Bernhard, Schönblick, Spaßbad und was noch alles kommen wird, sensibel auf Herz und Nieren zu prüfen und lieber eine kritische und öffentliche Diskussions- und Entscheidungsrunde mehr zu drehen, wird von einer Mehrheit der Gmünder Bürgervertretung einfach nur durchgewinkt.

Hat man etwa Angst, dass der Bürger anderer Meinung sein könnte oder was ist der Beweggrund, warum den Wünschen der Verwaltung so schnell und gehorsam nachgekommen wird. Es sind nur wenige, hauptsächlich aus den Fraktionen der GRÜNEN und LINKEN, welche die Folgen erkennen, was so eine stückchenweise Zerstörung mit sich bringen wird und deshalb davor warnen.

Man hört, dass Schwäbisch Gmünd in einem Wettbewerb mit anderen Städten steht. Die dabei verwendeten Argumentationsketten sind alt bekannt, kurzsichtig, nicht detailliert und unausgegoren. Für ein Projekt wie dem Spaßbad sollte zuvor eine genaue, realistische und allen Einwänden trotzende Bedarfsanalyse vorangehen und nicht ein „ Hurra – wir machen mal“ Opportunismus. Das Ganze natürlich gepaart mit einer soliden Finanzierung und einer fundierter Standortwahl.

Sollte tatsächlich Bedarf nach den im Taubental geplanten Projekten bestehen, so kann man auch auf naheliegende, bereits versiegelte und damit nicht so sensible andere Flächen ausweichen. Warum deshalb das Taubental zerstückeln?
Gerade weiche Punkte wie Naherholung in intakter Natur und guter Luft spielen bei den Menschen zukünftig eine immer größer werdende Rolle. Warum sollten wir uns im Städtewettbewerb selbst dieses Vorteils berauben? Dafür besteht doch überhaupt kein Grund.

Joachim Denke
Im Obstgarten 10
Herlikofen