Leserbrief in der GT: Ethische Kriterien sollten gelten

08. Dezember 2011  Presse, Redaktion

Die Stadt Schwäbisch Gmünd unterstützt seit Jahren Eine-Welt-Projekte mehrerer Gmünder Gruppen und Initiativen, leistet Amtshilfe für die Aktivitäten des Gmünder Arbeitskreises Eine-Welt und beteiligt sich alle zwei Jahre an dem von der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg ausgerichteten Eine-Welt-Wettbewerben. So weit – so gut.Mit diesem begrüßenswerten Engagement verträgt es sich meiner Ansicht nach jedoch nicht, wenn unsere Stadt dem weltweit agierenden Unternehmen Coca-Cola ihren Marktplatz für seine vorweihnachtliche Werbetour öffnet. Kennt man in der Stadtverwaltung vielleicht nicht die seit Jahren dem Konzern gemachten Vorwürfe: Verfolgung von Gewerkschaften mit Todesschwadronen in kolumbianischen Abfüllfirmen, Ausbeutung und Kinderarbeit in der Orangenernte, rassistische Diskriminierung von Mitarbeitern, schwerwiegende Verunreinigung großer landwirtschaftlicher Flächen in Südwestindien mit hochgiftigen Chemikalien und extremer Wasserverbrauch an den Produktionsstandorten (Quelle: Klaus Werner/Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch der Markenfirmen) In den USA wird Coca-Cola wegen dieser Vorwürfe von immer mehr Universitäten boykottiert, wie die Süddeutsche Zeitung im Januar 2006 berichtete.

Aber auch in Deutschland gibt es Kritik an den weltweiten Aktivitäten des Konzerns. Damit befasste sich sehr engagiert die katholische Jugendorganisation BDKJ.

Mein Weihnachtswunsch an die Stadt Gmünd: Zeigen Sie künftig größere Sensibilität bei der Bewilligung von Werbeaktionen. Stadtmarketing ist nicht alles und sollte ethische Kriterien nicht außer acht lassen. Norbert Müller, Schwäbisch Gmünd

© Gmünder Tagespost 06.12.2011