Leserbrief Amazon Joachim Denke

12. Dezember 2019  Redaktion

Da will ein Weltunternehmen in Gmünd über 1000 Arbeitsplätze abbauen, weil die Kapitalrendite nicht 8% sondern 3% beträgt. Gleichzeitig meldet ein ebenfalls hochprofitables Unternehmen an, in Gmünd Arbeitsplätze zu schaffen. Welch ein Glück sollte man meinen. Schaut man sich die Sache aber genauer an, kommt schnell die Ernüchterung.
Die Arbeitsbedingungen bei AMAZON sind katastrophal und von den Löhnen kann man nicht leben, jetzt nicht und später als Rentner nicht. Klar, dass so ein Unternehmen auch nicht ausbildet und seine Arbeiter nicht weiter qualifiziert. Gerade in der Lagerlogistik ist die Rationalisierungsquote mit am höchsten.

Ein Arbeitsplatz, welchen es heute noch gibt, ist Morgen weg. Keine guten Aussichten vor allem für die junge Generation, welche aktuell und in den nächsten Jahren auf den Arbeitsmarkt drängt. Da tut der Gemeinderat ganz gut daran, mit Vernunft und Weitsicht zu agieren und solchen Unternehmen die rote Karte zu zeigen. Das ist eine klare Ansage. Wir sind eine lebenswerte Stadt, welche ihren Einzelhandel schützt und ihre Gewerberessourcen nur an Unternehmen vergibt, welche nachhaltig und sozialverantwortlich wirtschaften und anständige Arbeitsplätze und Löhne anbieten. Und vor allem für unsere Jugendlichen Ausbildungsplätze mit Perspektiven generieren; gerne auch in Kooperation mit unseren örtlichen Schulen. So selbstbewusst muss Gmünd nachAußen auftreten.

Joachim Denke