Landkreis lobt den Busverkehr in Schwäbisch Gmünd

SCHWÄBISCH GMÜND. Eigentlich geht es bei der Fortschreibung des Nachverkehrsplans im Ostalbkreis ja primär um den Blick nach vorne. Zunächst richtete der Ostalb-Verkehrsexperte Gelhaus im Bauund Umweltausschuss des Gmünder Gemeinderats allerdings den Blick einige Jahrzehnte zurück. Damals war die Verkehrssituation in Schwäbisch Gmünd sogar Thema von Extra-Seiten für den ErdkundeUnterricht in einem Schulatlas. Im Gegensatz zu früher sitzen inzwischen deutlich weniger Personen in einem Auto. Manches klingt aber sehr vertraut, obwohl die Beschreibung im Atlas schon so alt ist: Das ÖPNV-Angebot sei speziell in den Abendstunden und an den Wochenende nicht ausreichend – vor allem in den ländlicheren Bereichen. Obwohl man solche Kritik auch heute noch hört, brach Ingo-Benedikt Gelhaus eine Lanze für den Busverkehr in Schwäbisch Gmünd. Man könne sich glücklich schätzen, dass es in der Stadt ein ortsansässiges Busunternehmen geben, das seinen Betrieb sehr fahrgastorientiert ausrichte.

Der Geschäftsbereichsleiter vom Landratsamt machte auch mit statistischen Details vertraut. Für die unterm Strich 150 Nachverkehrslinien im Kreis gebe es zirka 1500 Bus- und 20 Bahnhaltestellen, die von 17 Busunternehmen und von drei Schienenverkehrsunternehmen angefahren werden. Der Ostalbkreis fördere den ÖPNV pro Jahr mit ungefähr 14
Millionen Euro – hauptsächlich im Hinblick auf die Schülerbeförderung. Insgesamt werden pro Jahr rund 22 Millionen
Fahrgäste gezählt, die in irgendeiner Weise den ÖPNV im Ostalbkreis nutzen.
Die Zielvorgabe bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplans sei die Ausrichtung des Busangebot auf die landesweite Taktung des Schienenverkehrs. Dazu sollten auch weitere Knotenpunkte im ÖPNV-Netz eingerichtet werden. Die Rede war auch von einer Beschleunigung der Fahrzzeiten und der Vermeidung von Unpünktlichkeit, in dem Busse durch separate Spuren besser durch den dichten Verkehr kommen. Man müsse dem ÖPNV, insbesondere dem Busverkehr, in den Städten den roten Teppich ausrollen, so Gelhaus im Hinblick auf die hinsichtlich des Klimaschutzes wichtige
Mobilitätswende. Er räumte allerdings ein, dass der Plan zwar im Frühjahr verabschiedet werden soll, aber die Finanzierung teilweise noch unklar sei.
Oberbürgermeister Richard Arnold griff den letzten Aspekt auf: „Wir können viel wollen – müssen es aber auch bezahlen können.“ Gremiumsmitglied Thomas Kaiser (CDU) aus Hussenhofen betonte, dass verbesserte Taktzeiten im Fahrplan nichts nutzen, wenn die Busse im Stau stehen und den Fahrplan nicht einhalten können.
Karl-Andreas Tickert (Grüne) sprach die Bedeutung von WLAN-Angeboten im Bus an, um den ÖPNV attraktiver zu machen.

Neben einer besseren Vernetzung der einzelnen Linien und Verkehrsmittel wünsche er sich auch ein besseres System, um die Fahrgäste mit Informationen zu versorgen. Die Verlässlichkeit der Fahrzeiten sein ein ganz wesentlicher Faktor.
Tim-Luka Schwab plädierte ebenfalls für WLAN im Bus. Grundsätzlich seien die Inhalte der Fortschreibung des Nahverkehrsplans ein großer Fortschritt. Prof. Dr. Andreas Benk (Linke) widersprach der Aussage, dass das ÖPNV-Angebot im Gmünder Raum bereits gut sei. Ohne einen wirklich attraktiven ÖPNV sei es nicht zu schaffen, den Individualverkehr mit Autos zu reduzieren. Die Ziele im Plan seien alle in Ordnung, aber man müsse sie auch realisieren.
Während Ullrich Dombrowski (BL) die Ansicht äußerte, dass mehr Angebot nicht automatisch mehr Nachfrage bringe, war Dr. Peter Vatheuer (FDP) gegenteiliger Meinung. Dr. Constance SchwarzkopfStreit lobte die guten Ansätze. (gbr)

Copyright Rems Zeitung, 17.12.2021