Kurze Wege und gebündelte Angebote

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Die Stadt Schwäbisch Gmünd will die Verkehrswende weiter voranbringen und auf den Wandel im Mobilitätsverhalten der Bürger reagieren beziehungsweise dieses fördern. Ein weiterer Baustein dazu sollen sogenannte Mobilitätsstationen sein, die zunächst an vier Standorten eingerichtet werden. Wie dazu Anja Tamm, Leiterin der Stabsstelle Mobilität der Stadtverwaltung, in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses den Stadträten darlegte, soll es sich längerfristig um
mehr als jeweils 1500 Euro teure Stelen mit Wiedererkennungseffekt handeln. Zukünftig will die Stadt solche „M-Punkte“ als ausbaufähiges System nicht nicht nur mehrfach in der Innenstadt, sondern auch in den Stadtteilen etablieren und mit möglichst vielen „Modulen“ ausstatten. Grundsätzlich beschreibt die Stadtverwaltung im Hinblick auf dieses neue Projekt, dass das Thema Mobilität zunehmend ein wichtiger Standortfaktor werde und dazu geeignet sei, die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Stadt und auch in den Stadtteilen entscheidend zu prägen.
Was ist eine Mobilitätsstation? Sie verfolgt nach Darstellung von Anja Tamm das Ziel einer Verknüpfung von verschiedenen Mobilitätsangeboten, um mit möglichst kurzen Wegen und sozusagen auf einen Blick den Bürgern und Besuchern eines Ortes Fortbewegungsalternativen abseits des motorisierten Individualverkehrs anzubieten. Die erste Mobilitätsstation sei 2003 unter dem Namen „mobil.punkte“ in Bremen eröffnet worden. Weitere Großstädte folgten. In den letzten Jahren setzt sich die Idee aber auch in
mittleren und kleinen Städten durch. Die gut sichtbar ausgeschilderten Mobilitätsstationen soll den Menschen signalisieren, dass sie an dem jeweiligen Platz Angebote wie Leihräder, Radabstellanlagen mit Ladestationen für Pedelecs, Reparaturstation für Räder, CarSharing, Taxis und möglichst auch Bus und Bahn finden.
Diese Stationen betrachtet Anja Tamm auch als wirkungsvolle Informations-, Kommunikations- und Marketingorte, um möglichst vielen Menschen den Umstieg vom eigenen Auto auf alternative Verkehrsmittel nahezulegen. Die erhoffte Wirkung: Entlastung der stau- und abgasgeplagten Innenstädte. Weitere Standorte sind auch in den
Stadtteilen geplant Die ersten vier Mobilitätsstationen werden an folgenden Plätzen eingerichtet, wobei es dort teils schon eine entsprechende Infrastruktur, vor allem die Nähe zu Bushaltestellen gibt: Unterer Marktplatz, am Bahnhof und zweimal auf dem
Hardt (Falkenbergstraße und im Bereich der neuen Siedlung „Junges Wohnen“).
Ämterübergreifend hält die Stadtverwaltung Ausschau nach weiteren Standorten. Das Aufstellen von Hinweissäulen ist nur der erste Schritt für Design und Wiedererkennungswert. Sitzgelegenheiten und einheitliche Wartehäuschen sollen die Stationen ergänzen. Die Stadträte zeigten sich begeistert und spornten die Mobilitätsbeauftragte zu einer schnellen Umsetzung an. Stadtrat Prof. Dr. Andreas Benk (Die Linke) lud Anja Tamm dazu ein, mit ihrem Projekt zu den Ortschaftsratssitzungen in die Stadtteile zu kommen. Er glaube, dass gerade auch dort das Interesse an zukunftsträchtigen Mobilitätsideen sehr groß sei.

Copyright Rems Zeitung, 28.01.2020