Kreisel-Beschluss bleibt wohl

Sebastian-FritzDer Umbau der Baldungkreuzung zum Kreisel wird am heutigen Mittwoch erneut Thema im Gemeinderat sein. Der Vorschlag des Handels- und Gewerbevereins (HGV), den Bau bis nach der Landesgartenschau zu verschieben, hat die Diskussion neu angeregt. Ob sich am Grundsatzbeschluss, den Kreisel während der Landesgartenschau zu bauen, etwas ändert, ist fraglich.

Schwäbisch Gmünd. „Wir haben die Vorschläge des HGV in der Fraktion abgewogen, sagt CDU-Sprecher Alfred Baumhauer. Doch die CDU sehe keine neuen Argumente, die die Grundlage der Entscheidung, die der Gemeinderat mit großer Mehrheit getroffen hat, ändern würden. Für die CDU ist klar: Im Frühjahr soll mit dem Bau des Kreisels begonnen werden.

Ganz anders die Sozialdemokraten: „Wir unterstützen den Vorschlag des Handels- und Gewerbevereins“, sagt Fraktionsvorsitzende Sigrid Heusel. Die vom HGV geforderte Verschiebung des Baus bis nach der Landesgartenschau gebe Bedenkzeit – und die Möglichkeit zu beobachten, wie der Verkehr auch mit der Ampelkreuzung fließt. Sollte sich dann die Meinung ergeben, dass die derzeitige Situation den Verkehrsfluss nicht behindert, könnte die Stadt Geld sparen, das in die Aufwertung von Stadtquartieren wie den Schmiedgassen investiert werden könnte. „Man sieht ja jetzt, dass der Verkehr auch mit Ampeln fließt“, sagt Heusel. „Da stellt sich doch die Frage, ob wir ein so teures Bauwerk an dieser Stelle brauchen.“

Ullrich Dombrowski sieht in seiner FW/FDP-Fraktion eher eine Tendenz zum Kreisel, aber zunächst müssten die Ergebnisse der erneuten Ausschreibung vorliegen, um Klarheit über die Kosten zu haben. Von einem Bau ab Frühjahr wären nach Ansicht der Freidemokraten keine gravierenden Beeinträchtigungen für die Landesgartenschau zu erwarten. Andererseits habe die Eröffnung des Einhorntunnels im November die Verkehrsbelastung der Innenstadt überraschend stark reduziert, so dass Zeit zum nochmaligen Nachdenken wäre.

Kreisel oder Kreuzung? Bei den Grünen sind die Meinungen geteilt, der Vorstoß des HGV sei in der Fraktion kontrovers diskutiert worden, sagt Fraktionsvorsitzende Brigitte Abele. Sie persönlich bejahe den Vorschlag zur erneuten Bedenkzeit. Andere aber sehen den Bau des Kreisels als Voraussetzung für die Aufwertung der Schmiedgassen.

Die FWF-Fraktion erwartet zusätzliche Informationen von der Verwaltung, meint Sprecherin Karin Rauscher. Zum Beispiel darüber, ob eine Verschiebung der Maßnahme, wie sie der Handels- und Gewerbeverein vorgeschlagen hat, die Baukosten verteuern würde. Ein Bau während der Frühjahr- und Sommermonate wäre ihrer Ansicht nach keine direkte Beeinträchtigung für die Landesgartenschau.

Der Vorschlag des HGV ist nachvollziehbar, liefert aber keine neuen Argumente, sagt Linke-Stadtrat Sebastian Fritz. Deshalb habe die Entscheidung für den Bau des Kreisels Bestand. Eine Ausführung während der Landesgartenschau wäre sicher nicht optimal, aber möglich.

© Gmünder Tagespost 21.01.2014