Kredit für ein neues Bad prüfen

Hallenbad Grüne und Linke im Gemeinderat wollen, dass Kosten für privat und städtisch finanziertes Bad verglichen werden.
Schwäbisch Gmünd. Gmünds Stadtverwaltung soll die Kosten eines neuen Hallenbades, das die Stadt selbst finanziert, den Kosten eines neuen Hallenbades gegenüberstellen, das ein privater Investor bezahlt. Dazu stellen die Grünen und die Linken im Gemeinderat einen Antrag. Danach soll die Stadtverwaltung „unverzüglich“ Gespräche mit dem Regierungspräsidium führen, ob die Stadt einen Kredit für den Neubau eines Hallenbads in Schwäbisch Gmünd aufnehmen kann. Die Grünen und die Linken stellen dazu selbst Berechnungen an. Deren Ergebnisse zeigten, „dass eine Eigenfinanzierung eines Hallenbads auch bei Kreditaufnahme nicht schlechter zu beurteilen ist als die Finanzierung durch einen Investor“, heißt es im Antrag im Wortlaut. Gemeint ist damit dann ein Hallenbad mit 50-Meter-Becken, wohingegen ein Investor ein Familien- und Freizeitbad bauen würde.Die beiden Fraktionen begründen ihren Antrag so: Die Stadtspitze habe am 18. Oktober in einer Bürgerversammlung ihre Pläne für den Neubau eines Familien- und Freizeitbads vorgestellt. Dabei hätten Oberbürgermeister Richard Arnold und Bürgermeister Dr. Joachim Bläse betont, dass ein Neubau nur mit einem privaten Investor darstellbar sei. Denn für eine Eigenfinanzierung lägen keine Eigenmittel vor, und eine Kreditaufnahme sei nicht möglich. Dies stellen die beiden Fraktionen in Frage. Sie stellen zwei Kalkulationen auf:

  • fürs Bad eines Investors. Dabei muss die Stadt für den kommunalen Teil, das Bad mit 50-Meter-Becken also, über 30 Jahre jährlich 1,7 Millionen Euro für den Investor aufbringen. Dies ergibt in der Summe 51 Millionen Euro. Plus 30 Millionen Euro Abmangel in 30 Jahren. Plus drei Millionen Investitionsbeitrag aus einer Rücklage. Dies ergibt laut Grünen und Linken insgesamt 84 Millionen Euro in 30 Jahren.
  • für ein städtisches Bad. Dabei muss die Stadt einen Kredit für ein 22 Millionen Euro teures Bad in Höhe von 19 Millionen Euro aufnehmen. Denn drei Millionen Euro liegen in der Rücklage vor. Plus 30 Millionen Euro Abmangel. Ergibt laut Grünen und Linken ein Betrag von 63 Millionen Euro.

Die beiden Fraktionen gehen davon aus, dass ihr gemeinsamer Antrag in der nächsten Ratssitzung Ende November behandelt wird.

© Gmünder Tagespost 06.11.2017 18:08