Kombibad oder Nepperbergbad

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Wo schwimmen die Gmünder über kurz oder lang? Im sanierten Bad in der Goethestraße, im neuen Bad in der Goethestraße, im Kombibad im Schießtal, im Seebad im Schießtal oder in einem Bad bei der Jugendmeile am Nepperberg? (Foto: Tom)

Entschieden ist noch keine der sechs Fraktionen im Gmünder Gemeinderat. Die Mehrheit jedoch tendiert zu einem Neubau eines Hallenbades. In der engeren Wahl sind dabei ein Neubau am Nepperberg und ein Kombibad im Schießtal. Allen Fraktionen machen die hohen Kosten zu schaffen.

MICHAEL LÄNGE

Schwäbisch Gmünd. Gmünds Hallenbad muss saniert werden. Oder neu gebaut. Die Stadt hat neun Varianten an den Standorten Goethestraße, Nepperbergstraße und Schießtal vorgestellt. Deren Kosten liegen zwischen 14 und 22 Millionen Euro. Eine Sanierung in der Goethestraße ist die günstigste, ein Neubau am Nepperberg mit 50-Meter-Becken und acht Bahnen die teuerste. Die Kosten für Sanierung oder Neubau müssen Stadt und städtische Bäderbetriebe stemmen. Der städtische Anteil unterscheidet sich von Variante zu Variante. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle:
 Gmünds Schulden von gut 100 Millionen Euro und geplante Sondertilgungen.

 400 000 Euro, die die Stadtwerke jährlich in Gmünds Haushalt einspeisen, mit einem Hallenbadbau aber nicht mehr.

 städtische Rücklagen für ein Bad in Höhe von 1,8 Millionen Euro.

 Mittel aus dem Ausgleichsstock des Landes. Mit dem Ausgleichsstock unterstützt das Land bedürftige Kommunen. Würde die Stadt dort Geld für ein Hallenbad beantragen, könnte sie keine Mittel für Schulsanierungen beantragen.

 Mittel aus einem Bundesprogramm für verschuldete Kommunen, Gmünd hofft dabei auf zwei bis vier Millionen.
„Noch nicht festgelegt“ hat sich die CDU-Fraktion, sagt deren Sprecher Alfred Baumhauer. Der CDU kämen die Preise hoch vor. Seine Fraktion wolle deshalb von der Verwaltung mehr Informationen. Die Fraktion sieht, dass ein Hallenbad am Nepperberg besser zu erreichen wäre als im Schießtal, für Schüler und für andere Badbesucher.
Ebenfalls noch „keine abschließende Meinung“ gibt es bei der SPD-Fraktion, sagt deren Sprecherin Sigrid Heusel. Eine Sanierung des Bades in der Goethestraße sieht die SPD eher nicht, einen Neubau hält sie für sinnvoller. Wenn, dann mit einem 50-Meter-Becken, sagt Heusel. Den Nepperberg hält die SPD-Fraktion für einen interessanten Standort, auch für Schulen. Zudem sei ein Bad an diesem Standort eine sinnvolle Ergänzung der Jugendmeile. Die SPD-Fraktion schließt aber auch das Schießtal-Sportlerbecken als Kombibad unter freiem Himmel und als Halle nicht aus.
Auch die Grünen haben sich noch nicht endgültig festgelegt. „Wir tendieren eher zu einem Neubau“, sagt jedoch Brigitte Abele, denn eine Sanierung koste ebenfalls sehr viel Geld. Beim Standort favorisieren die Grünen den Nepperberg, nicht jedoch ohne zu fragen, ob „die hoch verschuldete Stadt sich dies überhaupt leisten kann“.
Auch die Fraktion Freie Wähler / FDP ist noch „in der Abstimmung“, sagt deren Vorsitzender, Ullrich Dombrowski. Ein Neubau sei langfristig sinnvoller als eine Sanierung. Beim Standort tendiert die Fraktion eher zum Nepperberg, wobei sie das Kombibad im Schießtal ebenfalls prüfen will.
Auch die Fraktion Freie Wähler Frauen diskutiert noch. Ihre Tendenz geht jedoch in Richtung Kombibad, sagt FWF-Sprecherin Karin Rauscher. Dieses habe ein vertretbares Kosten-Nutzen-Verhältnis, könne im Sommer geöffnet und bei schlechtem Wetter als Hallenbad genutzt werden. Kopfzerbrechen bereiten der Fraktion im Schießtal die Verkehrssituation und die Kosten insgesamt.
„Alles offen“, sagt auch Linke-Sprecher Sebastian Fritz. Wie die CDU-Fraktion will die Linke genauere Daten von der Verwaltung. Was die Linke dabei klar sagt: dass Schulsanierungen vor dem Hallenbad Priorität haben.
Neubau oder Sanierung des Hallenbad stehen am Mittwoch, 11. November, erneut auf der Tagesordnung des Rates.