Kleine Karte mit großem Nutzen

31. Januar 2019  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Es ist ein Solidaritätsmodell in Scheckkartenformat: Die neue Bonuskarte Schwäbisch Gmünd, die Bürger mit geringem Einkommen ab sofort bei der Stadt oder im Tafelladen beantragen können. Der Ausweis ist dabei für Personen gedacht, deren Einkommen das gesetzlich definierte Existenzminimum nicht oder nur unmerklich überschreitet, erklärt Dieter Lehmann, Leiter des Amts für Familie und Soziales. Dazu zählen unter anderem Sozialhilfeempfänger und Obdachlose. Aber auch Familien und Rentner mit kleinem Geldbeutel. Derzeit rechnet die Stadtverwaltung damit, dass rund 3600 Gmünder einen Anspruch auf die neue Bonuskarte haben.

Wer die Bonuskarte letztlich erhält, darf sich über verschiedene Vergünstigungen freuen. Zum Beispiel auf Veranstaltungen des Kulturbüros oder der Touristik und Marketing GmbH. Oder auf Kleidung in einem der Second-Hand-Shops des Deutschen Roten Kreuzes. Gleichzeitig berechtigt die Bonuskarte zum Einkauf im Tafelladen.

Um das Angebot zu erweitern, sei die Stadt derzeit auf Sponsorensuche, sagt Lehmann. Ein Wunsch sei es, dass auch der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) irgendwann Teil der Bonuskarte werde. Dies sei aber aufgrund der zu erwartenden hohen Kosten derzeit eher nicht realisierbar. Jedoch könnten sich andere Unternehmen oder Organisation „gerne jederzeit beteiligen“.

Neben den verschiedenen Vergünstigungen biete die Bonuskarte weitere Vorteile, sagt Hans-Peter Reuter vom Amt für Familie und Soziales: Zum einen könne sie „unbürokratisch“ beantragt werden. Und zum anderen schaffe sie für verschämte Arme mehr Diskretion. „Man muss einfach nur noch den Ausweis vorzeigen“, erklärt er. Die Zeiten, in denen sich Bedürftige an Kassen mit ihrem Sozialhilfebescheid im DIN-A4-Format rechtfertigen mussten, seien somit vorbei.

Unser Wunsch ist es, dass der ÖPNV Teil der Bonuskarte wird.

Dieter Lehmann, Leiter des Amtes für Soziales und Familie

Am Mittwoch hat das städtische Amt für Familie und Soziales nun die ersten Bonuskarten ausgegeben. Eine der beiden ersten Karteninhaber ist die alleinerziehende Mutter Bettina Nagler. Sie findet das neue Angebot der Stadt „superklasse“. Denn das ihr im Monat zur Verfügung stehende Geld reiche häufig „hinten und vorne nicht“.

Ausgabestellen der Bonuskarte sind das Amt für Familie und Soziales sowie der Tafelladen. Grundsätzlich habe der Ausweis „eine Gültigkeit von einem halben Jahr“, erklärte Lehmann. Dies sei den Bescheinigungen des Jobcenters geschuldet, die ebenfalls alle sechs Monate neu erstellt werden. Die Tafelladenausweise, die durch die Bonuskarte ersetzt werden, behalten vorläufig ihre Gültigkeit.

Weitere Infos zur Bonuskarte Schwäbisch Gmünd gibt’s beim Amt für Familie und Soziales unter den Telefonnummern (07171) 6035010 oder (07171) 6035040 sowie im Gmünder Tafelladen.

© Gmünder Tagespost 30.01.2019 16:02