„Kindergarten geht nur mit Elternbeiträgen“

20. Juni 2013  Gemeinderat, Presse, Redaktion

petermueller-300x2811Ohne Elternbeiträge sind Kindergärten nicht zu betreiben. Das stellte Bürgermeister Dr. Joachim Bläse im Sozial- und Verwaltungsausschuss klar. Diese Beiträge werden entsprechend den Landesempfehlungen im Kindergartenjahr 2013/2014 wieder steigen.

 

Schwäbisch Gmünd. Die Gebühren für die Betreuung über Dreijähriger steigen gemäß der Landesempfehlung. So wird der Beitrag für ein Kind zwischen drei und sechs Jahren in der Regelgruppe bei elf Monatsbeiträgen 102 Euro kosten. Die Krippengebühren steigen stärker, da Gmünd dabei einen deutlichen Rückstand gegenüber dem Landesdurchschnitt aufholen muss. Weiterhin werden Nachlässe nach dem „Gmünder Modell“ gewährt, wenn zwei oder mehr Kinder einer Familie gleichzeitig den Kindergarten besuchen.

Er betonte, ihm sei kein Fall bekannt, in dem ein Kind nicht in den Kindergarten konnte, weil die Eltern die Beiträge nicht aufbrachten. Manche allerdings brauchen Hilfe: Gut zwölf Prozent der Eltern nehmen die wirtschaftliche Jugendhilfe in Anspruch. Die örtlichen Unterschiede seien aber groß, in zwei Kindergärten im Stadtgebiet sei die Zahl der Hilfeempfänger sehr hoch. Insgesamt, so Bläse, investiere die Stadt in diesem Jahr 6,28 Millionen Euro in die Kinderbetreuung. Die Elternbeiträge deckten nur 20 Prozent dieser Summe ab.

Der Amtsleiter für Bildung und Sport, Klaus Arnholdt, kündigte an, dass Eltern durch eine zentrale Ansprechstelle noch besser über Angebote und Hilfemöglichkeiten informiert werden sollen. Außerdem stellte er ein Faltblatt vor, in dem alle 55 Kindertagesstätten in Gmünd vorgestellt werden (die GT berichtete am Mittwoch).

Sprecher aller Fraktionen begrüßten, dass die Vergünstigungen nach dem „Gmünder Modell“ erhalten bleiben. Christa Rösch (CDU) lobte, dass Informationsschreiben nun auch in türkisch und russisch herausgegeben würden. Auf die Nachfrage von SPD-Stadträtin Daniela Maschka-Dengler meinte Joachim Bläse, er sei sehr zuversichtlich, dass Gmünd im August die dann gesetzlich vorgeschriebene Zahl von U3-Plätzen bieten könne. Elmar Hägele (Die Grünen) lobte, die Kinderbetreuung in Gmünd entwickle sich sehr positiv. Konrad Widmann (FW/FDP) begrüßte die verbesserten Informationsmöglichkeiten. Das Faltblatt sei sehr übersichtlich, so Karin Rauscher (FWF). Peter Müller schlug vor, offensiv zu prüfen, ob nicht doch mehr Familien Unterstützung brauchen. Und Hans-Jürgen Westhauser sorgte für eine kurzzeitig scharfe Diskussion, als er der Stadtverwaltung vorwarf, möglicherweise Hilfen zurückzuhalten oder verspätet auszuzahlen. Dies wies Bürgermeister Bläse klar zurück.

Andrea Geiger vom Amt für Bildung und Sport stellte im Sozialausschuss die Konzeption der Qualitätsanforderungen in der Kindertagesbetreuung vor. Diese Bausteine wie Sprachförderung oder Erziehungspartnerschaft könnten alle Eltern in städtischen Kindergärten nun einfordern. wof

© Gmünder Tagespost 19.06.2013