Keine Schnellschüsse – Finger weg vom Wald

Bild_Taubental_BIGroße umstrittene Entscheidungen werden immer auf die gleiche Weise eingeleitet. Schnelle, vermeintlich harmlose Entscheidungen legen das Fundament. In der Folge kommt man dann an den Fakten nicht mehr vorbei. So sehen es rund 30 Bürger, die sich am letzten Donnerstag verärgert und spontan zur Bürgerinitiative Taubental zusammengeschlossen haben. Ihr Zorn richtet sich gegen Eilentscheidungen der Stadtverwaltung. „Uns geht das alles  viel zu schnell. Es besteht überhaupt kein Grund für überstürzte Entscheidungen“,  meint Joachim Denke und spricht damit seinen Mitstreitern aus dem Herzen. Der Bürger aus Herlikofen kann nicht verstehen, warum die Gmünder Verwaltung am kommenden Mittwoch einen Vorbereitungs-Beschluss zum Neubau des Hallenbades ohne fundierte Vordiskussion „fast schon durch den Gemeinderat peitschen will.“ Für einen noch nicht beschlossenen  Neubau des Hallenbades soll die Stadt schon jetzt Gründstücksflächen am Fuße des Nepperberges erwerben. Außerdem soll eine „europaweite Ausschreibung von Planung, Bau und Betrieb eines solchen Bades als Baukonzession durch einen privaten Partner“ vorbereitet werden. „Solche weitreichenden Entscheidungen brauchen mehr Vorbereitungszeit, und dürfen nicht im Schweinsgalopp übers Knie gebrochen werden“, schimpft Denke. An die Stadträte appelliert er, bei ihrer Sitzung am kommenden Mittwoch auf keinen Fall eine Ermächtigung zum Kauf der Privatgrundstücke am Nepperberg zu beschließen. „Das wäre eine Vorentscheidung“, warnt Denke, „denn wenn die Grundstücke erst einmal in Besitz der Stadt sind, werden alle anderen Alternativen unwahrscheinlich.“ Die Initiative appelliert weiterhin an die Ratsmitglieder, unbedingt auch solche Planungsvarianten einzufordern, die den ökologisch wertvollen Nepperberg schonen. Für ein Hallenbad mit 50-Meter-Bahn sei auf dem ehemaligen Gartenschau-Parkplatz südlich der Nepperbergstraße genügend Platz.
Joachim Denke verwies außerdem auf den Stadtratsbeschluss zur Prüfung des Neubaus eines Pflegeheimes am Schönlick.  Für dieses Vorhaben muss eine große Fläche Wald am Nordrand des Taubentals geopfert werden. OB Richard Arnold hatte am gleichen Tag nur die direkt betroffenen Nachbarn zu einer Anhörung eingeladen. Es kamen aber rund 60 Bewohner vom Rehnenhof.  „Der Wald ist ein wichtiger Schutzwald für die Siedlung. Wenn dieser abgeholzt wird, haben die Stürme eine frei Schneise,“ war die einhellige Meinung der Bürger. Die Bürgerinitiative Taubental richtet sich nicht gegen einen Bau eines Pflegeheims. Sie tritt für den Schutz des Taubentals ein. Sie will verhindern, dass mit den Mitteln der Salamitaktik immer mehr wertvolle Natur sowohl von Süden als auch von Norden her geopfert wird. Sie fragt den Oberbürgermeister von Gmünd ob  seine  Aussage aus dem Jahr 2012 nicht mehr gilt. Damals schrieb OB Richard Arnold, das Taubental sei „ein einzigartiges und unschätzbar wertvolles Erholungsgebiet.“

Das nächste Treffen der BI Taubental findet am Donnerstag, 3. August, im Gewerkschaftshaus in der Türlenstraße statt.  Mehr Informationen gibt es unter www.bi-taubental.de