Keine Menschen zweiter Klasse

IMG_4795[1]Der Ortsvorstand der Linken in Schwäbisch Gmünd diskutierte auf seiner jüngsten Sitzung die Initiative von Oberbürgermeister Richard Arnold Asylbewerber am Bahnhof als Gepäckträger einzusetzen.

 

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Kürzlich wurde in der Presse die Idee von Oberbürgermeister Richard Arnold vorgestellt, Asylbewerber als Gepäckträger für ankommende Bahnreisende einzusetzen und diesen die Überquerung der provisorischen Treppe zu erleichtern. Diese Idee sei aus der Not heraus geboren worden, da sich das Provisorium während der Bauzeit der Bahnhofsunterführung, als sehr unpraktisch herausgestellt hat. „Wir können verstehen, dass hier eine Lösung gefunden werden musste und wir sehen auch das Bedürfnis der Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft nach der Aufnahme von Arbeit, aber so langsam wird man das Gefühl nicht los, dass die Stadtverwaltung die prekäre Situation dieser Menschen ausnutzt“, so die Sprecherin der Linken Cynthia Schneider. „Es könne nicht sein, dass die Situation der Menschen dafür genutzt wird, Engpässe bei der Stadtverwaltung mit Ein Euro Jobs aufzustocken und dann noch von Integration zu sprechen“, so der mit anwesende Bundestagskandidat der Linken Jörg Drechsel.

Der Ortsverband der Linken war selbst kürzlich zu Besuch in der Gemeinschaftsunterkunft um sich ein Bild von der Situation der Menschen zu machen. In den Gesprächen wurde dabei auch immer wieder der Wunsch nach der Aufnahme von Arbeit geäußert. Die Anwesenden waren sich da auch alle einig, dass dies eine gute Möglichkeit darstellt, sich zu integrieren und das Gefühl zu bekommen, gebraucht zu werden. „Die Diskussion um die Leiharbeit und die Mindestlöhne haben doch ganz deutlich gezeigt, dass die Wertschätzung an der verrichteten Arbeit nur über eine adäquate Entlohnung entstehen kann“, so die zweite Sprecherin Jenny Maria Jones. „Das was zurecht für hier dauerhaft lebende Menschen gefordert wird, muss ja wohl für alle Menschen gelten, sonst entsteht der Eindruck, dass dies Menschen zweiter Klasse sind und das kann ja wohl niemand wollen“, so das Vorstandsmitglied Kai Jünger.

Martin Lennartz fasste die Diskussion dann zusammen und formulierte die Forderung an den Oberbürgermeister, dass sich die Verwaltung Gedanken machen müsse, wie eine Lösung für die dort arbeitenden Asylbewerber aussehen könne, um eine Entlohnung zu bezahlen, die einer körperlich anstrengenden Tätigkeit angemessen sei. Bei einem Stundenlohn von 1,05 Euro könne davon nicht die Rede sein. Die Resolution wurde einstimmig angenommen und die beiden Stadträte der Linken wurden gebeten, sich bei Herrn Oberbürgermeister dafür einzusetzen.