„Keine Bebauung des Nepperbergs“

11. Juli 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Schwäbisch Gmünd

Die Gmünder Gruppe des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) hat sich klar gegen eine Bebauung des Nepperbergs im Zusammenhang mit den Plänen für ein Sport- und Spaßbad an der weiter unten gelegenen Nepperbergstraße ausgesprochen. Zugunsten eines Projekts von „fragwürdigem Erfolg“ würde laut Nabu damit der Baudruck auf das einzigartige und klimatisch wichtige Taubental/Nepperberggebiet weiter verschärft.

„Ein Hallenbad mit 50-Meter-Trainingsbahn lässt sich auch unterhalb der Nepperbergstraße auf dem ehemaligen Gartenschauparkplatz verwirklichen, ohne den Hang zu bebauen“, sagte Walter Beck, Vorstandsmitglied der Gmünder Nabu-Gruppe. „Die Zerstörung dieses Grüngürtels zugunsten einer Freizeiteinrichtung, von der in der weiteren Umgebung schon mehrere existieren, lehnen wir ab.“

Beck erinnerte daran, dass der Nepperberg gemeinsam mit dem Taubental und dem Lindenfirst ein stadtnahes Natur- und Erholungsgebiet bilden, „um das uns andere Städte beneiden“. Der Nepperberg sei für ankommende Bahnreisende die „grüne Visitenkarte“ von Schwäbisch Gmünd und zudem die Heimat geschützter Vögel, Insekten und Fledermäuse.

„Wir haben aber nicht den Eindruck, dass dies allen Akteuren in der Stadt bewusst ist“, so Beck. In der Vergangenheit sei das Gebiet durch zahlreiche Bebauungen immer weiter eingeschränkt worden, so etwa durch Wohnbebauungen im unteren Taubental und auf dem ehemaligen Pfanderschen Grundstück am Salvator.

Mit den Spaßbadplänen und der Erweiterung des Schönblicks werde diese Entwicklung fortgesetzt. „Gmünds wichtigster Grüngürtel stirbt scheibchenweise“, so Beck.

Der Nabu, der in und um Schwäbisch Gmünd nach eigenen Angaben rund 700 Mitglieder hat, stellt sich damit an die Seite des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Dessen Geschäftsführer Andreas Mooslehner hatte sich schon zuvor gegen die Absicht der Stadt zum Bau eines Spaßbades am Standort Nepperberg ausgesprochen.

„Erstaunt“ zeigte sich der Nabu über die vehemente Fürsprache des Handels- und Gewerbevereins und der Initiative Pro Gmünd zugunsten des Projekts. „Einem ,Mosaikstein’ und der vagen Aussicht, dass die Stadt dadurch attraktiver werden könnte, wird hier alles untergeordnet“, so Beck. Offenbar seien Probleme des Flächenverbrauchs und des Stadtklimas nur etwas für Sonntagsreden.

Alternativen frühzeitig prüfen

An die Stadträte aller politischen Richtungen appellierte er, frühzeitig auf Mitsprache zu pochen und auf die Prüfung von Alternativen zu drängen. „Wenn bereits ausgearbeitete Pläne vorliegen, wird es sehr schwierig sein, noch eine Alternative ins Gespräch zu bringen“, betonte Walter Beck.

© Gmünder Tagespost 10.07.2017 18:48