„Kein Geschäft mit Atomwaffen“

Schwäbsich GmündFriedensaktivisten der Pressehütte Mutlangen demonstrierten am Dienstag vor der Commerzbank in der Bocksgasse gegen das Engagement des Kreditinstituts in Unternehmen, die an der Produktion oder Wartung von Atomwaffen beteiligt sind. Anlass ist die bundesweite Aktionswoche „Atomwaffen – ein Bombengeschäft“.

Schwäbisch Gmünd. Der Vorsitzende der Friedenswerkstatt Mutlangen, Wolfgang Schlupp-Hauck überreichte in der Commerzbank ein Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden Martin Blessing, in dem die Bank aufgefordert wird, „die Finanzierung von Atomwaffenproduzenten zu beenden“. Das wäre, so der Redner der Demonstration, „ein starker Beitrag für die Ächtung dieser Massenvernichtungswaffen und eine wirklich gute Investition in unsere gemeinsame Zukunft“.

Ein gutes Dutzend Anhänger der Friedensbewegung waren zur Demonstration gekommen, die zuvor am Kriegerdenkmal begonnen hatte. Schlupp-Hauck sprach davon, dass in den nächsten zehn Jahren eine Billion Dollar dafür ausgegeben werde, Atomwaffen zu erhalten und zu modernisieren. Die Commerzbank habe nach dem Imageschaden durch die Bankenkrise ethische Standards gesetzt, in denen auch die Rede davon sei, nicht mehr in Atomwaffen zu investieren. Das habe sie aber nicht eingehalten.
Stimmt so nicht, meint die Bank. Pressesprecherin Sandra Kobus: „Die Commerzbank hat seit 2008 eine Waffenrichtlinie, die auf Positionen von EU, UNO, der Bundesregierung und Nichtregierungsorganisationen basiert.“ Damit sei die Bank einer der Vorreiter im Finanzsektor. Geschäfte, die der verbindlichen Waffenrichtlinie nicht entsprechen, würden abgelehnt. Finanziert würden Unternehmen in anderen Geschäftsfeldern, die zu einem geringen Teil im Rüstungsgeschäft aktiv sind. „In diesen Fällen können wir als weltweit tätige Großbank nicht das Geschäft insgesamt einstellen“, sagt Sandra Kobus.
Wolfgang Schlupp-Hauck erhofft sich nun eine Antwort aus der Commerzbank-Zentrale, „nach Möglichkeit eine positive Antwort.“ Die Commerzbank wandelte sich dann nach Ansicht des Friedensaktivisten von der ‘Bad-Bank’ zur ‘Good-Bank’.

© Gmünder Tagespost 30.09.2014 22:23:30